sch-ach-zea-Blut

zea Blut

 

Gründer verfügt nicht über einen dicken Bauch. So sehe ich bequem zu seiner Kinnlade hinauf. Bei dem Blick auf die Kinnlade Arigias stehen die Brüste im Weg.

Nun, ich will jetzt nicht mein ganzes Protokoll damit aufhalten, was die Beiden vorn und hinten, oben und unten tragen. Obwohl: Beim Hintern des Menschen würde auch meine beste Freundin nicht Nein sagen. Auch sie würde zugreifen, wenn sie dürfte.

An Äusserlichkeiten will ich mich nicht aufhalten. Diese bilden jedoch eine interessante Abwechslung zur immergleichen Wiedergabe der Gespräche; besonders wenn sich Aussenansichten als weibliche und männliche Formen auf einem Essenstisch präsentieren und – statt gekochtem oder sonst wie in der Küche zubereitetem Gaumenkitzel – zur ästhetischen Nahrung für das Gemüt werden. In einem solchen Fall bleibt jedes Protokoll vor der Schönheit stehen und verweilt einen Augenblick. So auch ich, die Protokollantin. Durchaus verzeihbar, werden mir alle meine Leser und Leserinnen sagen und mir auf diese Weise nachträglich volle Unterstützung gewähren, wenn es darum geht, zu rechtfertigen, dass ich genauestens Bericht darüber gebe, wie jemand im „Wasser, Wein und Frucht“ auf einen Tisch steigt, nicht um den Hintern zu zeigen, sondern um eine Rede zu halten.

Und so, wie die Beiden sich auf dem Tisch gehaben, fassen sie tatsächlich eine solche ins Auge, und ebenfalls wir, die wir endlich schweigen sollten.

Typographisch gesehen, beginnt eine Rede in einem derartigen Protokoll wie dem meinen mit den Anführungszeichen. Die seien „“““ hiermit gesetzt. Und nun kann es losgehen und zwar genau in diesem Moment, denn für einmal schwatzt niemand. Ergebene Stille. Gierige Erwartung, als stehe die Marone kurz davor, aufgetischt zu werden, und als kämen die Dinge endlich in die ihnen gehörende Ordnung.

Gründer bildet nun die Ausnahme. Hoch von seinem Tisch herab zu uns hienieden, sekundiert – oder möglicherweise verhält es sich umgekehrt: Er sekundiert Arigia.

Die Marone fällt nicht weit vom Baum, nämlich auf diesen Tisch und neben meinen Fuss, dir vor die Nase, mein lieber Fussg, kollert weiter, rollt vom Tisch, auf deinen Bauch, wo ich sie aber schnell auffange und zurück auf den Tisch stelle.“ – Es ist Arigia, die spricht. Sie macht Anstalt, sich zu bücken, um nach der virtuellen Marone zu greifen.

Fortsetzung

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