sch-ach-zdy-das

zdy das

 

Solcher Unsinn wird an unserem Tisch die ganze Zeit über geredet. Es spricht für sich, dass ich als Protokollistin, die ihre Sorgfaltspflicht ernst nimmt, nicht jede schäbige Bemerkung aufnehmen kann. An mir liegt es, dass ich den Überblick bewahre, auch wenn der Champagner, an dem ich noch gar nicht genippt habe, seine Wirkung noch nicht tut. Ich muss die zentralen Linien des Abends im Auge behalten und mich auf diese konzentrieren. Und diese Linien tragen im Augenblick die Namen Arigia und Gründer, die auf dem Tisch stehen, er in langen Hosen und spitzen Schuhen, deren Spitzen mir beinahe in die Nase fahren. Ich notiere: gutes Leder, saubere Socken.

Ebenso Arigia, wobei sie nicht über so lange braune Vorhänder an ihren Schuhspitzen verfügt wie ihr Partner. Sie gibt ihre Zehen diskret frei, feminin in einem knalligen Rot präsentiert. Die Fersen thronen auf einem stolzen Aufbau. Unsere Blicke steigen über die Fesseln hoch. Die Waden könnten manche der hier anwesenden Frauen eifersüchtig machen. Am Knie, nicht weit von meiner Wange entfernt, verweilt der Blick nicht lange, sondern folgt dem Bein weiter hinauf, das sich weit in den Rock hinein hüllenlos gibt.

Wir entdecken zwei wunderbare Schenkel; ein fleischlicher, warmer Blickfang, der uns vermutlich als Ersatz für die dahin modernde Marone angeboten wird. Die Erinnerung wird wach an andere Feste, in denen Tanzeinlagen ästhetisch zwischen Tischtanz und Tabledance wechselten. Es kann uns direkt Wunder nehmen, welchen Tafeltanz man uns hier servieren wird: Wird’s Paartanz, kniestrapazierender Breakdance, hüftwerfender Afrotanz, schwindelerregender Derwischdreh, lateinischer Tango, beinwerfender Cancan oder getrennter Paarlauf werden? Egal was, die Beine sollen geschwungen werden. Die Glieder sind in Bewegung.

Die Beiden stehen etwas unsicher auf dem Tisch. Die Röhrenhose, die Gründer trägt, gestreift, vertuschen das Spiel der Muskeln, welche den Körper geschickt im Gleichgewicht halten. Das Hosenbein driftet nahe an meiner Nase vorbei. Nadelstreifenstoff! Der sich durchaus sehen lassen kann. Würdig, über einen Laufsteg für Männer paradieren zu dürfen. Die beiden haben sich bezüglich der Kleider vermutlich abgesprochen. Arigia trägt frech einen waagrecht gestreiften, kurzen Rock. Sie bewegt provokativ den Fussrücken. Nein, die Fussnägel sind nicht gestreift, dennoch aber gefärbt. Gestreift ist auch nicht Gründers Schuh .

Fortsetzung

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Sch_ach

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s