sch-ach-zdx-klebt

zdx klebt

 

Wie sagt es sich doch? Wir gehen alle davon aus, dass bald ein fröhlich brutzelnder Maronibraten aufgetischt wird. So heute wie gestern.

Doch nichts davon.

Vielmehr, zu unserer allgemeinen Überraschung, dort, wo der Tisch in seiner Mitte frei von jedem Ballast ist, wo sich bis vor kurzem der Kelch mit dem Gemüse befand, in diese Mitte steigen jetzt behände Arigia und Gründer hinauf und treten hinein ins Zentrum des von Schalen, Pfannen und sonstigen Gefässen befreiten Plateaus.

Der Tisch hält, kracht nicht zusammen.

Wow, welche Beine, so Kaspar zu meiner Seite.

Welche? Die von Gründer?

Nein, Argia, meint er.

So, bemerke ich nur kurz. Sie trägt kurz, er keine Shorts. Wie enttäuschend.

Kaspar schaut mich verdutzt an.

So sind die Männer.

Wladimir entfährt die Bemerkung: Hey, Willi, willst du nicht auch auf den Tisch hopsen. Ich werde mit all meiner Kraft darauf achten und dafür sorgen, dass dem Tisch dabei kein Schaden entsteht, der macht, dass er zusammen kracht. Wenn du auf diesem strippst, könnte er aus dem Gleichgewicht fallen. Meine Muskeln werden ihn aber halten. Ich werde acht geben, dass das Stück hält, was seine drei Beine versprechen, und du nicht vom Tisch herunter fällst. Willi, du gehörst einfach zu den Beinen, die schon oben stehen, und du musst uns eine Rede halten. Eine in gewaltigem Ton und die uns zur Moral zurückführt.

Wir unterhalten uns köstlich.

Ja, Welmi, du musst da hinauf und etwas sagen. Der Tisch wird dich tragen im Gegensatz zu all denen, die dich hier nicht auf den Hängen tragen. Der Tisch ist stark, jene anderen, welche dir den Respekt nicht zollen, sind schwach.

Meine Liebe, das Leben ist nun mal so, dass es die Dicken nicht mag und sie es schwer haben. Wladimirs Knochengestell hätte an Gewicht und Masse zehn Mal in mir Platz. Er will nicht wahrhaben, welche erfüllende Fülle in ihm wäre, wenn er mehr essen und nicht im Duo manorektisch als Vegetarier und Plektarier durch die Welt schlottern würde. Wenn er das Leben ernst nähme, dann wäre er mit meinem Bauch eins. Weil der liebe Vladidir aber nicht mithält, darf ich es nicht riskieren, auf den Tisch zu klettern. Man würde es mir als vorsätzliche Tat ankreiden, wenn unter mir der Tisch zusammen kracht, weil er schlecht gebaut wurde und nicht weil ich zu viel Gewicht habe. Denn heute Abend wird alles verdreht, was klar und einleuchtend ist. Wir beide, Nadja und ich, müssen auf der Hut sein. Hier ist man auf der Suche nach den Schuldigen für diesen völlig missratenen Anlass. Die da oben werden uns vermutlich ankündigen, dass mit der Marone nichts ist und wir uns lediglich geistig verköstigen dürfen im Hinblick auf eine uns still und leise aufgezwungene Fettabnahme.

Fortsetzung

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