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Es stellt sich selbstverständlich die Frage: Ist der Rebstock eine Pflanze, ein Strauch oder, wenn er auswächst, sogar ein Baum?

Literarisch gesprochen ist der Rebstock ein Stock, den man nicht zum Gehen benützen kann. Nur Rübezahl vermag mit einem Baum als Stütze durch die Gegend zu schreiten. Eine Pflanze verfügt über kein Holz. Darum plädiere ich dafür, dass die Rebe ein Strauch ist.

Welch gold-botanischer Unsinn!

Holz isst der Mensch nun einmal nicht. Er ist zum Plantastiker geboren. Geht mir somit mit dem Holz als Nahrungsmittel aus dem Weg.

Wer isst schon Holz – das Süssholz ausgenommen?

Die natürliche Abfolge des Plantastikers in der kulinarischen Entwicklung ist der Vegetarier. Denn dieser isst auch das, was vom Holz kommt, Pflaumen etwa und genauso die Marone. Selbstverständlich auch das, was Huhn und Kuh als Nahrungsgut von sich geben, das Fleisch ausgenommen.

Der Hunger zeichnet uns alle. Das zeigen die Gespräche. Diese Bemerkung muss ich als Protokollführerin an dieser Stelle einschieben. Der wachsende Hohlraum im Bauch greift zunehmend auf das Gehirn über. Geistige Lähmungserscheinungen sind die Folge. Wir sitzen alle wie gackernde Hühner und Hähne, die sich vor dem Fuchs schrecklich fürchten, weil wir ihm als Futter dienen, um den Dreieckstisch und drücken jenen den Daumen, die uns versorgen sollen, bevor uns der Hunger auffrisst. Keiner von uns wünscht sich mehr, als dass das Kochen gelinge, so dass Hunger und Fuchs das Weite suchen und wir wieder von unseren Stangen hinab steigen können.

All jenen, die draussen vorüber gehen oder stehen bleiben, bieten wir allesamt ein merkwürdiges Bild. Ohne Laut, als Stillleben einer trauten Versammlung von Hungernden, die dessen harren, was ihnen als Marone aufgeschwatzt wurde. Die Farben gibt die Natur der erwarteten Frucht vor: Braun und Grün. Hinzugefügt ist das Lila als Zeichen für die Liebe zur Natur. Wir bilden quasi eine in Lila getauchte Baumschule.

Das Stillleben hält, was es verspricht, bewegt sich nicht, zieht das Auge auf sich. Leute bleiben stehen und gucken herein, gucken sich an und gehen weiter und meinen vermutlich, wir würden hier eine Direktorenkonferenz oder etwas in der Art abhalten. Was fehlt sind die Krawatten, von denen nur Fussg eine trägt. Kaspar fingert zuweilen an seinem leichten Seidenschal herum und schäkert dabei mit mir. Das, was er meint, braucht aber hier nicht wieder gegeben zu werden. Es hat nichts mit der Hauptattraktion des Abends zu tun, der Offenbarung der Marone. Kaspars Bemerkungen bestehen aus Plattitüden, die ein Mann einer Frau eben so sagt. Am Verhalten des Mannes gegenüber den Frauen kann Frau nichts ändern. Damit muss sich unsere Gesellschaft nun mal abfinden. Wir diskutieren dieses Thema auch gar nicht. Denn eine Frage ist weit interessanter: Drei Stühle an unserem Tisch sind nach wie vor frei.

Fortsetzung

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