sch-ach-zcy-Stephane-Charbonnier-Charb

zcy in memoriam Stéphane Charbonnier „Charb“

 

Wenn sich in einer derartigen Gruppe, wie wir sie inhomogen bilden, jemand setzt, dann führt das in der Regel dazu, dass die Anderen dem Beispiel endlich auch folgen und einen eigenen Platz mit ihrer besseren Hälfte besetzen. Jene, die sich schon gesetzt haben, fordern üblicherweise bei solch grossen Anlässen jene, die noch stehen, auf, sich doch auch zu setzen, damit man zur gemeinschaftlichen Einheit, wie beim Apéro, zurück findet und somit die Marone in Angriff nehmen kann.

Jene, die sich als Erste setzen, haben den Vorteil, dass sie aus der Vielzahl der Plätze, die zu besetzen sind, jenen Platz auswählen können, der ihnen am meisten behagt: mehr auf der Seite, mehr in der Mitte, so dass man sich von diesem Zentrum aus besser in die Gespräche links und recht einmischen, sich besser in die Runde einbringen oder sich selber in den Mittelpunkt stellen kann. Mehr zur Seite heisst: Näher bei der Küche, so dass das Essen noch besonders warm ist, wenn es aufgetischt wird; nur dass von uns niemand weiss, wo sich diese Küche befindet.

Das mit dem sich ins Zentrum stellen formt keine allgemein gültige Wahrheit wie Beispiel beweist: Wilhelm sitzt in einer Ecke, der Grossredner.

 

Chronikerinnenpflicht verpflichtet

 

Ich habe mich entschieden, nun gleichfalls Platz zu nehmen, quasi vorauseilend, als erste nach dem Einsatz der Sechs, die bereits sitzen. Auch ich habe noch die Qual der Wahl, was die freien Plätze angeht. Ich platziere mich kurzerhand neben Kaspar, somit also in eine der drei Mitten am Tisch. Auf diese Weise kann ich meiner Chronikerinnenpflicht leichter nachkommen, als wenn ich mich am Rande befinden würde. Von dort aus hätte ich sicher einen besseren Überblick. In der Mitte hingegen kommen die Gespräche von allen Seiten auf mich zu. Zudem wird es neben Kaspar nicht langweilig werden und auch auszuhalten sein, was das physische Begrapschen betrifft. Er wird mit Worten nach mir greifen, das trau ich ihm zu – und nicht mit Händen und Füssen.

Eines werde ich aber sein lassen müssen: Ich muss es tunlichst vermeiden, mich an meinen direkten Sitznachbarn zu wenden, wenn ich vom Gesprochenen etwas nicht mitbekommen habe, um mich darüber aufklären zu lassen oder dessen zu versichern, was ich gehört haben sollte. Eine derartige Hinwendung zu Kaspar würde ihn unstatthaft vom Gespräch ablenken und einer übermässigen Fixierung meinerseits auf den geschriebenen Text gleichkommen.

Fortsetzung

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