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„So, fertig mit den dummen Reden! Wo kommen wir heute Abend noch hin, wenn wir auf diese Weise weiter miteinander schwadronieren. Wir wollen jetzt alle Wir und Sie und hängenden Gärten und Kronjuwelen, die am Menschen kleben, und auch die Familienfehden sein lassen und auf unser Wohlergehen nochmals anstossen. Sonst wird aus unserem Treffen nie ein anständiger Abend.“

„Stimmt, wir lassen die Familienehre und das Eiertanzen für einmal beiseite und lassen unseren endlosen Worten Taten folgen.“

Gesagt getan! Unsere ganze Gläserpalette klingt ein weiteres Mal aneinander. Der Ton schreckt die Anderen am Nebenschauplatz ein zweites Mal auf. Die Dicken schauen kurz zu uns rüber. Auch die beiden Grünen jucken auf. Sie wollen nun sofort mit uns anstossen, was augenblicklich machbar wäre, würde sich dieser blöde Baumring unseren Hüften nicht in den Weg stellen, den Vladidir nach wie vor um sich hängen hat. Solange er das Ding um sich befestigt hat, ist einfach kein Herankommen an ihn. Zum Glück hat das Gebilde schon viel gelitten. Es verschafft sich bereits weniger Platz, wenn es durch die Leute hindurch getragen wird. Bei jede Schritt verliert das Rund einen Teil von sich. Der Wald lichtet sich. Bald werden wir klar sehen und Klarheit über die Essenz erhalten, die als Marone angepriesen wird und sichtbar als unbestimmte Choreographie im Raum schwebt. Wenn Vladidirs Ring fällt, wird vermutlich die Marone ihr Geheimnis lüften.

Im Raum herrscht immer noch ein fürchterliches Chaos. Von geordneten Verhältnissen, welche vollkommene Übersicht gewährleisten, kann nicht die Rede sein. Im Augenblick spricht jeder mit jedem, wobei ich als Frau im „jedem“ auch die Frauen einbeziehe.

Keiner von den Dreien, weder der hinter der Theke, noch die spitze, freche und anzügliche Zunge und auch nicht der Dritte im Bunde, bemühen sich irgendwie, Ordnung in die ganze Angelegenheit zu bringen, so dass wir endlich zum zentralen Stück des Abends, dem Verzehr der Speisen nämlich, wechseln können.

Nicht nur der Wald, den Vladidir herein gebracht hat, sondern auch die beiden Dicken, besonders der vollendet Dicke, stellen ein ganz ordentliches Hindernis dar, das alles dazu beiträgt, damit das Chaos weiter walten kann, wie es will. Wie der Ring versperren die beiden voluminösen Gestalten, die gemeinsam eine Ecke besetzt halten, sekundiert von Janie, ganz gehörig den Durchgang dort, wo sie sich niedergelassen haben.

An der Bar dauert das grosse Gedränge an. Wir stehen uns fast auf den Füssen. Ich gebe meiner besten Freundin einen Hüftschlag, den sie lachend erwidert. Also, wir zwei haben nichts gegen eine solche Enge. Da hat man auf einmal Männerhaar in der Nase, was sehr anregend wirkt. Und wenn Er, wie Er nach dem Glas greift, mit dem Ellenbogen an unseren Busen vorbei streift: Dann erachte ich dies als eine grosse Ehre. Dem Kerl biete ich aber sofort Paroli, indem ich ihm meine Schulter zuweise.

Fortsetzung

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