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„Was soll das heissen? Hast du etwas gegen jemanden von uns, weil wir nicht die gleiche Hautfarbe haben?

„Stimmt! Auf die Farbe kommt es an.“

„Aber das ist unter uns überhaupt kein Thema. Und jetzt kneifst du auf einmal. Was ist los?“

„Meinst du etwa, ich würde einem tollen Mann aus dem Weg gehen und nicht seine Bekanntschaft schliessen, nur weil seine Haut eine andere Farbe hat als die meine?“

„Mein roter Wein ist ein ganz edler Tropfen. Ich schätze mich glücklich, dass das Haus diese Appellation führt. Solcher Wein aber mischt sich nicht mit jedem anderen Wein, vor allem, wenn jener andere Wein bereits aufgrund seiner Farbe klar stellt, dass er nicht jene Qualität aufweist, die mit meinem Wein mitzuhalten vermag.“

„Du schaust auf etwas wie die Farbe? Und meinst vermutlich auch noch, bei der Farbe des Menschen sei es wie mit der Farbe des Weines: Man muss trennen.“

„Ich trinke schweren roten Wein. Kunigunde trinkt leichten Rosé.“

„Und das soll beim Anstossen nicht zusammen passen?“

„Rot ist Rot, Rosé ist Rosé. Wenn man diese beide auch nur durch Anschlag miteinander mischt, dann folgt daraus ein völlig ungeniessbarer Wein.“

„Du betreibst Weinrassismus pur. Was sollen wir von dir halten? Du wirst dein Farbenspiel wohl auch noch auf die Menschen übertragen: Weiss geht mit Weiss, Schwarz mit Schwarz.“

„Ihr gesteht mir aber zu: Rosé ist nicht gleich rotem Wein.“

„Rosé und roter Wein kommen beide von der Traube. Dort haben sie ihre gemeinsame Wurzel. Und darum passen sie zusammen.“

„Das ist die richtige Antwort“, meint Kaspar jubilierend.

„Ich stosse sogar mit Weisswein an. Dabei berücksichtige ich auch, dass es Wein in verschiedenen Tönungen gibt: sowohl den Weissen wie den Rosé und auch den Roten. Von allen diesen gibt es dunkleren und helleren. Durch einen leichten Spanier blickt man hindurch. Durch einen Burgunder geht kein Blick. Wer behauptet, dass der eine Wein aufgrund seiner Schattierungen besser ist als ein anderer, der versteht rein gar nichts von diesem Elixier. Für jeden Geschmack hat es seinen Wein. Der eine liebt teuren Wein, der andere findet sein Glück in Wein, der ihm seit jeher mundet, im leichten, klaren Landwein, auch wenn er frisch und kühl daher kommt. So ist es auch mit den Menschen und auf diese Erkenntnis stossen wir an.“

Fortsetzung

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