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zaz Entrechteten

 

Der mit dem Ring stellt sich als Vladidir vor. Sein Begleiter oder vielleicht auch sein Bettgenosse heisst Wladimir. Meine beste Freundin wird nun sicher fragen, ob es sich in den beiden Fällen um Künstlernamen handelt. Aber sie enthält sich der Frage.

„Heute Abend steht die Maroni im Mittelpunkt. Mein Kleid ist eine Hommage an die Marone.“

„Und keinesfalls, wie der Wortklang erwarten lassen könnte, an einen Homard, der in seinen vielen Schalen das Köstlichste aller Fleische in sich trägt. Vladidir ehrt mit seinem Auftritt die Frucht Maroni.“

„Die Marone ist keine Frucht. Das habe ich dir schon etliche Male gesagt, erklärt und dargestellt. Es gibt aber Leute, die nicht lernen wollen.“ Der Redner raschelt kurz mit seinem ganzen Gehänge.

„Aber immerhin ist sie vegetarisch. Das macht sie schon fast zu einer Frucht. Und eine solche gebührend zu ehren, dazu ist dir keine Mühe zu schade.“

„Du übertreibst wieder einmal. Du weisst ganz genau, was ich esse.“

Meine beste Freundin wendet natürlich ein, geistig ungeschickt, wie sie ist, der Ring sei für das Lokal völlig überdimensioniert, und erhält prompt zur Antwort: „Meine klar erklärte Liebe zur kostbaren und köstlichen Marone kennt keine Grenzen.“

„Vom Ton her passt Kastagne besser in deinen Satz.“

„Beide sind das Gleiche, aussen hart und dunkel, innen hell wie das Licht der Augen. Wenn man sich Schmuck anschafft, dann muss man nicht auf dieses Aussen und Innen achten. Aber beim Smaragd verhält es sich genau gleich. Das Licht kommt aus dem Innern.“

„Auf solche Unterscheidungen muss man geflissentlich achten. Du magst recht haben, aussen ist nicht innen. Wir zwei sind auch nicht eins. Du bist du und ich bin ich.“

„Aber wir gehören zusammen, wie das Innen und Aussen einer Marone. Darum habe ich mir dieses Kleid angeeignet und er das Seine. Wir haben sie aufeinander abgestimmt. Ich bin der Baum, der die Marone trägt. Die Marone, das ist er. Ein Maronenbaum ohne Marone, das gibt es nicht. Beides gehört zusammen, so wie wir zusammen gehören. Er ist das Fleisch, die Marone, die an für sich kein Fleisch ist, streng genommen, aber im Zusammenhang mit dem Baum behelfsmässig, damit das Bild nicht auseinander fällt. Ich bin die Pflanze, das heisst vegetarisch, rein äusserlich, bin genauso wie dieser Blumenstrauss auf dem Tisch. Wir sind einheitlich in den Farben, der Blumenstrauss dagegen völlig knallig. Er passt bestens zum Lokal. Wir haben uns zu Ehren der Kastanie in der Buntheit zurück gehalten und uns schlicht gekleidet. Zur Marone passt meine Makaronenring bestens.“

Fortsetzung

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