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zay Ausgebeuteten

 

Die Vasen sind wirklich sehr speziell ausstaffiert. Nicht Blumen, sondern Lauch und Karottenkraut, Sellerieblätter, Stangenspinat und Rucola schauen aus den schlicht gehaltenen, monofarbenen Porzellangefässen heraus. Da wird auch etwas Knoblauch und Zwiebeln drin stecken, den Laubblättern nach. Rote und grüne Paprikaschoten sowie Radieschen und ein paar Stangenbohnen hängen zudem im Bouquet. Dann schaut noch etwas anderes Eigenartiges heraus. Gründer klärt auf: Chinesische Wasserkastanie.

Über solches reden wir. Ich glaube, die beiden Herren sind nicht auf Anmache aus. Sie schwärmen vielmehr vom Lokal und der Frische, die es ausstrahlt; dies wegen des knusprig wirkenden Gemüses in den Blumenvasen, die niemand anzurühren wagt.

Jener hinter der Theke, der Getränke mischt und uns unaufgefordert ein solches serviert hat, mir auf mein Verlangen vorerst ein Glas Wasser, denn ich muss als gewissenhafte Chronikerin alle meine sieben Sinne beisammen haben, ist also Gründer. Mit ihm sind wir auch bereits per Du.

Mit der Zeit wird es mir gelingen, die Übersicht über die ganze Runde, die hier versammelt ist, zu gewinnen und jede und jeden mit dem ihm eigenen Namen anzusprechen und zu zitieren. Denn ohne Namen lässt sich beim besten Willen keine Chronik führen und da läuft in einem solchen Laden nichts. Wir können doch nicht alle fünfzehn anonym miteinander verkehren.

Meine beste Freundin und ich lassen die beiden Herren mit ihren Oliven und ihrem Gemüse für den Augenblick allein. Wir stossen zu den beiden bunten Vögeln vor, links und rechts uns vorstellend und neue Bekanntschaften schliessend.

Wir wollen doch wissen, was es mit diesen grünen Maskeraden auf sich hat. Der Ring, der so weit ist wie zwei kräftige Frauenhintern, also das Doppelte von dem, was Nadja, wie die Dicke heisst, um sich herum trägt und die sich mit ihrer ganzen Energie dafür eingesetzt hat, dass Janie als Fünfte zu uns stossen konnte: Ja, über diesen Ring wollen wir mehr in Erfahrung bringen.

Ich denke, in meiner Berichterstattung muss ich sachlich bleiben und mich jedweglicher Kommentare enthalten, die meine Meinung illustrieren und von der Sache ablenken. Ich bin ja schliesslich nicht der Abend und somit die Attraktion vor Ort.

Fortsetzung

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