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„Er hält mir eben einen Vortrag über Oliven. Diese soll man dazu verwenden können, um die Ordnung zu beschreiben. Mit Bohnen soll das ebenfalls funktionieren. Es lassen sich interessante Schlüsse zur Vererbungslehre daraus ziehen. Er sagt etwas von Mendel. Ich konzentriere mich auf die Oliven. Für mich ist eine Olive rund und sie muss schmecken.“

Es ist gar nicht einfach, bei so vielen Leuten all die Namen auf zu nehmen und sich so zu merken, dass sie für mich als Chronistin bei Bedarf auf den Moment genau abgerufen und präzis eingesetzt werden können und zwar dann, wenn ich der Person zum zweiten Mal begegne, ihr ins Gesicht oder auf den Mund schaue und sie einordnen muss.

Der Herr, der die Oliven von sich weist, stellt sich ebenfalls gleich vor: „Enger Fussg. Es ist mir eine Ehre, mit euch an der gleichen Theke zu stehen. Das wird ein grossartiger Abend werden.“

Der Herr spricht uns aus dem Herzen. Mich hat er auf seine ersten Worte hin eingenommen. Er spricht nicht salbungsvoll und nicht überheblich, sondern mit Respekt uns Damen gegenüber.

Mein Freundin, die überaus neugierig ist, fragt: „Den Namen habe ich nicht gehört. Ist das ein Künstlername?“

Der Herr nimmt die an und für sich freche, wenn nicht sogar beleidigende Frage gelassen: „Nein. Überhaupt nicht. Ein ungewöhnlicher Name, sicher. Ich habe mich seit meiner Kindheit an ihn gewöhnt und bin mit ihm gut gross geworden. Und mir erlaubt der Name dank seiner Besonderheit auch heute Abend schnell mit Leuten in Kontakt zu kommen.“

Gekonnt wendet er die dumme Frage meiner besten Freundin zum Besten. Das muss ich ihm lassen.

„Mit Kaspar unterhalte ich mich gut. Wir sind hier alle per Du. Das vereinfacht die Gespräche. Etiketten klebt man auf ein Paket, das man verschickt.“

Er erkundigt sich selbstverständlich sofort nach unseren Namen, die wir natürlich umgehend nennen.

Es ist eine lustige Ecke, in die wir hinein geraten sind. Wir Frauen, meine Freundin und ich, haben immer etwas die Angst, sobald wir mit fremden Herren in Kontakt treten, wie hier an der Theke, dass diese einen billigen Aufriss versuchen. Dem ist hier nicht so. Zudem lenken die seltsamen Gemüsevasen vom Thema Aufriss ab.

Fortsetzung

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