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zag Meister

 

Wenn ein Künstler als Momentaufnahme das Innere des belagerten Lokals in ein pittoreskes Gemälde hätte umwandeln müssen, er wäre in Bedrängnis geraten. Es sei denn, er hätte die zwei Frauen in den Vordergrund gerückt und die Männer um diese herum geschart. Wie langweilig. Oder dann das Augenmerk auf die Männer gerückt und die Frauen als schmucke Platzhalterinnen irgendwo in sein Bild gesetzt. Auch nicht besser.

Die beiden als Gäste aufgenommenen grünen Vogelscheuchen brachten in das kompositorisch schwierige Gebilde zwar ein burleskes Element hinein. Die übrigen Männer zeigten sich zudem adrett gekleidet. Der Raum leuchtete in den bekannten Farben. Das Bild hätte sich gewiss zu einem bewegenden Vollkommenen zusammen gefügt, wenn sich nicht der grössere Teil der Frauen eben draussen befunden hätte.

Dem sich anbahnenden Fest fehlte sein wichtigster Bestandteil: Es mangelte ihm ganz einfach und eindeutig an jenem Scharm, der den Kampf zwischen den Geschlechtern versüsst. Darüber täuschte auch der knappe, moderne Tischschmuck nicht hinweg.

Die Zusammensetzung des einzeln da stehenden Strausses führte bei den Zuschauern bereits zu einigen Bemerkungen. Abgesehen von diesem Bouquet, das in seiner eigenartigen Art leicht die Form eines Busches aufwies, sahen die von Draussen auf einen leeren Tisch.

Zuweilen erstaunt es, mit welcher Geduld sich Menschen wappnen, wenn es um das Warten geht und etwas Nervenkitzel ansteht.

Nicht zu viel Nervenkitzel; nur gerade so viel, dass sich der gesellschaftskonforme Späher, also nicht der heimliche Voyeur, sondern der offen zu seiner gesellschaftlichen Jetset-Neugier stehende Schaulustige nach dem erfolgreichen Prominenten-Glotzen befriedigt weg drehen kann. Solche Zaungäste können lange ausharren, auch wenn sie zum Teil gar nicht wissen, worauf sie passen. Wenn aber an einem illustren Ort Leute Schlange stehen, dann gilt es, sich diesen anzuschliessen. Man könnte etwas verpassen.

Fortsetzung

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