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yt kalten

 

Auch wenn das erfrischende Getränke durchaus genügte, um der gegarten Maroni die Stirn zu bieten, so drohte Gründer Schnaptepüräs eingeflüssigte Rohkost den Geist der erwarteten Gäste derart zu beflügeln, dass bei den Geladenen schon rein beim Anblick der geschnitzten und geschlitzten Karotten der Humor stieg, der Durst sank und der Drink mit gewürzten Sprüchen eingedeckt wurde, ohne dass die erlauchte Gesellschaft den frisch gemixten Durstlöscher, den leicht bekömmlichen, gesunden Gaumenlabsal überhaupt genoss.

Die Boshaftigkeit der frechen Zungen derer, welche bereits zugesagten hatten, war sprichwörtlich und meist auch der Grund dafür, dass die seltsamen Kerle und Käuze und die betreffenden Damen überhaupt eingeladen wurden. Ihr Kommen garantierte Unterhaltung, gratis und franko und ohne die Gefahr, dass im Nachhinein, das heisst nach dem Fest, noch Rechnungen beglichen werden mussten.

Gründer Schnaptepürä rechnete, realitätsnah überlegend, fest damit, dass seine neue Kreation im Rahmen der Vernissage der Marone, statt der Laus, selber im Aschenbecher landete. Viele Produktionen im kreativen Leben dieses berüchtigten Komponisten, Friedhofliebhabers und Romanumschreibers hatten solchen Weg eingeschlagen. Der Mann, der in seiner Wohnung auf und ab ging, war sich etliches gewöhnt. Der Gang in den Aschenbecher war keine gute Werbung für das Lokal. Zum guten Glück galt ein allgemeines Rauchverbot für die Etablissement wie das „Wasser, Wein und Frucht“.

Sorgen brauchte sich Gründer Schnaptepürä indes keine zu machen. Die Sorgen kamen von selbst. Möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt. Das Getränk harrte seiner Vollendung, der Roman auch und die Friedhöfe ebenfalls, auch wenn sie bestens gediehen.

Um beim Beispiel jenes Getiers zu bleiben, welches dem Menschen zuweilen das Leben schwer macht: Gründer Schnaptepürä musste nicht mit der Verzagtheit einer Laus, die sich Angesicht zu Angesicht mit einer Spinne befindet, in die Zukunft blicken. Er konnte mit der Zuversicht einer Mücke, die auf einen Misthaufen zufliegt, vorwärts schauen und das Anstehende in die Hand nehmen. Was der Fliege der Mist, war Gründer Schnaptepürä das Gemüse.

Das galt wenigstens für diesen Vorbereitungsabend auf die grosse Show der kleinen Marone, an welchem Gründer Schnaptepürä nach argen Träumen erfolgreich aus seinem Bett gestiegen war.

Fortsetzung

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