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Vielmehr wollt er zielgerichtet voran gehen und sich ganz durch seine bewährte Eingebung leiten lassen. Papier liess sich leichter biegen als der Geschmacksnerv der künftigen Gäste, die prüfend seinen, Gründer Schnaptepüräs, neuen Likör anschmeckten. Das Elixier, das sich der von seinem Leiden wieder Auferstandene ausgedachte, stellte eine Vollendung von dem dar, was ein Gourmet zu sich nimmt. Das Papier war auswechselbar. Ein paar Seiten mehr oder weniger im Buch, solches fiel, wenn überhaupt, nicht auf und keinem Leser zur Last.

Der Cocktail hingegen forderte einen ganz besonderen Einsatz, damit er zur Vollendung gebracht werden konnte. Die richtige Zeste setzte dem Getränk den Tupfer des Vollendeten auf. Gründer Schnaptepürä überlegte hin und her, wie er seinen Trunk vervollkommnen konnte.

Kein Wunder, dass bei all der Arbeit, die anstand, der viel beschäftigte Umschreiber seinem dichten Arbeitsplan kaum ein kleines Zeitpensum abringen konnte, um sich ausführlich dem Buch zu widmen, das vor ihm lag und einen derart unendlich grossen Aufwand für die geplante Umschrift abforderte.

All diese Überlegungen bauten natürlich auf rein materiellen Grundlagen auf, die aber gründlich analysiert werden mussten. Schöne Absichten rechtfertigten das Umschreiben eines Buches nicht. Es musste mehr dahinter stecken. Wenn es nur darum ging, in der Schnelle an den letzten hundert Seiten des Werkes herum zu wursteln, damit irgendetwas Anderes, geschaffen aus dem Bedürfnis, die eigene Langeweile zu verkürzen, entstand, dann lohnte sich der Zeitaufwand nicht. Setzte Gründer Schnaptepürä die Beweggründe seines Handelns nicht höher an, dann hatten diese wirklich das Gewicht einer Laus, die, nun, ja, auf dem Rand eines Aschenbechers sitzt und von Literatur wirklich keine Ahnung hat.

Mit einer derartigen Einstellung zu solchem Schabernack in der Literatur holte sich Gründer Schnaptepürä bei der überwältigenden Mehrheit seiner kritischen Zeitgenossen zudem keine Lorbeeren. Entsprechend würden sich vermutlich auch bald bissige Kritik und kalter Spott einstellen, was sein neues Getränk betraf.

Gründer Schnaptepürä hörte schon die Leute zwar nicht klagen, aber doch motzen: Das Getränk wirkt nicht abgeschmeckt, weil das Ende, der Abklang im Gaumen, fehlt. „Du musst es umschreiben.“ Diesen Spruch konnte Gründer Schnaptepürä erwarten.

Fortsetzung

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