sch-ach-yr-ungeruehrt

yr ungerührt

 

Gründer Schnaptepürä musste retten, was zu retten war. Im Roman hatte er den Braten gerochen, der diesen zum Erfolg führte. Den ganzen vierten Teil galt es neu zu schreiben, was viel Arbeit bedeutete und somit eine Zusatzleistung angesichts der Verpflichtungen, die Gründer Schnaptepürä im Triumvirat eingegangen war, das die sich stetig hin zu ihrem Besten entwickelnde Bar führte. Der Braten in der Bar erwies sich als schwierigeres Unterfangen als das sorgfältige Umschreiben des in Gedanken bereits sezierten Buches.

Zwischen dem korrekturbedürftigen Buch und dem angekündigten Braten bestanden jedoch mehrere Synergien, wie der angehende Barmixer richtig erkannte.

Er entschied, das Ende des Werkes keck wie das spritzige Getränk, das er eben ersonnen hatte, zu gestalten. Eine gesunde Portion Gemüse würde dem Band gut bekommen. Mit Fenchel, Knoblauch und Lauch wollte er die Traurigkeit und das Jammern, das sich im Buch in einen grossen, mäandernden Seelenschmerz ergoss, als nutzlose Begleiter aus dem Werk prügeln, so dass dieser doch ansehnliche und umfangreiche Wälzer zu einem eigentlichen Frühling fand.

Aus dem Werk musste er als erstes die faulenden Blätter des Herbstes räumen, dann den Schnee durch blühende Getreidefelder des Sommers ersetzen und drittens den Rücken der Hauptperson wieder gerade stellen

Der Roman liess verschiedene Möglichkeiten zu, um seine Aussage in ein lieblicheres, helleres und freudigeres Licht zu rücken, auch wenn die vom Autor gewählte Erzählweise besser zum ursprünglichen Ende passte und die erklärte, düstere Absicht des ursprünglichen Verfassers treffender den Schluss traf als der von Gründer Schnaptepürä geplante Umbau. Der Umschreiber wollte seinem aktuellen Befinden gemäss das Ende als Finale neu in Jubel, Trubel und Heiterkeit ausklingen lassen.

Gründer Schnaptepürä beabsichtigte zudem nicht, sich in dieser Sache sonderlich mit tiefergehenden Überlegungen und langwierigem Werweisen über Sinn und Unsinn der vorgesehenen Änderungen ab zu quälen oder sich urheberrechtlich seiner Ansicht nach unerheblichen Fragen und Phrasen zu stellen.

Fortsetzung

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