sch-ach-yo-gnadenlosen

Xx yo gnadenlos

 

Mit der sorgfältig zubereiteten Platte begab sich der Leidgeplagte voller Hoffnung auf Genesung wieder auf sein Bett. Er verzichtete auf jeden Zusatz in Form von Paprika, Pfeffer, Vinaigrette oder Mayonnaise, auf Gewürzmischungen und Barbecuesauce. Denn dem reinen Genuss galt der Aufenthalt im Bett. Er genoss das Gemüse pur. Der Magen beruhigte sich zusehends.

Gründer Schnaptepürä hoffte auf angenehme Träume. In diese liess er die Wünsche an eine bekömmliche und grosse Zukunft einfliessen. Die beiden Anderen wollte er dazu überreden, dass sie ihm gestatteten, irgendwo im Lokal Frischgemüse als Ausgleich zur malträtierten, mastigen Marone aufzustellen. Notfalls in einem Blumentopf.

Gründer Schnaptepürä erdachte zudem einen Cocktail, aus welchem eine ganze Reihe fein geschnittener roter Karotten-Stängel heraus ragte und ein Broccoli-Ast für den natürlichen Farbausgleich sorgte. Er musste lediglich noch einen geeigneten Alkohol und ein zweites Getränk hinzufügen, die dem neuen Wunderding die geistige Erhellung, die geeignete Schattierung und den richtigen Geschmack verpassten. Von dem unverhofften Einschlag spritziger Farben in das düstere Leben der Marone, die fest in ihre Hülle eingeschlossen vor sich hin schmorte, erhoffte sich der Sinnende eine Abkehr von den Schreckensszenarien, welche das vorgesehene Mahl in seiner Gedankenwelt immer wieder auslöste.

Abkehr bedeutete in dem Fall nicht, dass sich Gründer Schnaptepürä von seinen Widerständen gegen das ausersehene Essen verabschiedete, sondern dass die beiden Anderen von ihrer Absicht Abstand nahmen. Was diese jedoch ganz sicher nicht zu tun bereit waren. Das wusste Gründer Schnaptepürä zu gut.

Der genesende Bettlägerige verkannte nicht, dass das Lokal eines besonderen Aushängeschildes, eines besonderen Aufhängers bedurfte, um im Konkurrenzkampf zu bestehen. In der näheren Umgebung, in den umliegenden Strassen warteten zahlreiche neugierige Unternehmer auf den Eröffnungsabend, um zu sehen, was sich da Überraschendes auftat. Der sich auf seinem kommoden Bett sichtlich erholende Cocktail-Verwalter der neuen Bar setzte jedoch auf eine gehaltvolle Getränkekarte, aus der besonnen genossen die Menschen zueinander fanden.

Fortsetzung

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