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Eine solche Bar bot desweiteren ein viel breiteres Sortiment an, als es die bereits vielbeschwatzte Marone tat, die in der Stadt über das Hörensagen die Geister von Nah und Fern seit geraumer Zeit gehörig nährte. Von zahlreichen mahlenden und lautmalenden Mundwerken als abendliche Klatschnahrung redselig durchgekaut und unverdaut weiter verbreitet, blieb die Marone in allen Bereichen der gesellschaftlichen Domänen ein ungewisses Gebilde, das die Qualifizierung Legende durchaus verdiente. Man erzählte sich vieles. Gründer Schnaptepürä wusste alles.

Man, vielmehr Kurt Schuster, hatte ihn darüber aufgeklärt, was es mit diesem Ding auf sich hatte. Die Beschreibung des Undings, eine bessere Qualifikation verdiente das ihm verbal vorgestellte Gericht nicht, inspirierte Gründer Schnaptepürä dazu, die Getränkeauswahl auszuweiten. Eigentlich hätte er im Triumvirat, das die Herrschaft über die Bar mit dem imperialen Namen „Wasser, Wein und Frucht“ besass, für einen starken Verdauungstee in der Art von Tausendgüldenkraut oder Wermut plädieren sollen, um den zu erwartenden Auswirkungen der angekündigten Völlerei auf wirksame Weise begegnen zu können.

Gründer Schnaptepürä hatte sich dafür entscheiden, die ihm anvertraute Abteilung der Spirituosen deutlich aufzuwerten und auszubauen und zwar mit Getränken, die der besseren Verdauung dienten. Er dachte bei dieser Gelegenheit an das normannische Loch und schaffte darum eine kleine Anzahl erlesener Flaschen direktimportierten Calvados an. Mit der Zeit würde sich zeigen, welcher der feinen, nordfranzösischen Branntweine sich am besten mit der Marone vertrug. In sein Testprogramm zog er auch eine Flasche echter Damassine ein. Gründer Schnaptepürä war sich aber nicht so sicher, ob der kalksteingeborene jurassische, aus kleinen Pflaumen gewonnene Appetitanreger das normannische Konkurrenzprodukt, welche aus Äpfeln destilliert wurde, ausstechen werde. Die Gäste würden entscheiden.

Von einer Sache zeigte sich aber der erfahrene Rutengänger des imposanten, vielfarbigen und geruchsintensiven Aperitif-Einmaleins, das er schon so oft heldenhaft durchgerechnet hatte, überzeugt: Je mehr Testpersonen sich der Marone hingaben, desto mehr beschleunigte dies das Testverfahren und förderte die Schlankerhaltung des Angebots der Bar, sodass mit der Zeit wirklich nur noch die besten Kräuter und Fruchtelixiere im Regal standen.

Fortsetzung

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