sch-ach-xt-Ness

xt Ness

 

Andere gehabten sich dreister. Wenn solches nicht der Fall gewesen wäre, würde das Gesellschaftsleben an solchen Orten erstarren. Arigia Wolgmut sorgte links und rechts dafür, dass es zu Begegnungen und neuen Diskussionsrunden kam. Der stete Wechsel führte dazu, dass die auf Bekanntschaften dringende Dame sich eher aufdringliche Anwärter, erpicht auf eine nähere Beziehung, gut vom Leib halten konnte, ohne die Taue zu den liebesbedürftigen Herren ganz zu kappen.

Man trat sich auf die Füsse und fuhr sich über den Mund, ging sich aus dem Weg und auf den Wecker; jenem entgegen, diesem wich man aus. Verschmähte Liebhaber eines Abends, verflossene Hoffnungen, grosse Tage; diesen sprach man an, vergessen, was einst gewesen war und man sich gesagt hatte. Lustvoll und anregend begann das nächste Gespräch und endete bereits nach wenigen Worten. Keiner fiel dem Anderen ins Wort. Diese blieben aus. Jene, die bereits zu viel getrunken hatten, hielten sich nicht an diese Regel und hakten sich feucht und fröhlich in Gespräche ein.

Die Gespräche gingen hierhin, dorthin, wechselten von einem Augenblick auf den anderen das Thema, ohne dass sich jemand mit irgendwelchen Bemerkungen eingemischt hatte; wechselten, geführt und überrumpelt vom Ideenreichtum, der sich in dieser vornächtlichen Zeit wie ein bunter Blumenstrauss öffnete und tausendfach frische Duftnoten aus den geistigen Inspirationskammern der vielen munteren Teilnehmern an dieser feuchtfröhlichen Tafelrunde in die sich rege unterhaltende Menschenmenge hinein schoss; was zu einem ungehemmten Wechselbad der eigenen und der fremden Gefühle führte

„Du gefällst mir.“ – „Du mir aber nicht.“ – „Das weiss ich.“ – „Du kannst mich mal.“ – „Darum sag ich’s.“ Und schon war der neue Versuch, ein Gespräch vom Zaune zu reissen, abgeblockt.

An einem anderen Tisch wurde am Ende des Abends die grosse Liebe versprochen.

Am Nebentisch ging eine auseinander.

Die Umstehenden erkannten den Grund nicht.

Der DJ spielte ein neues Stück ein.

Dieses donnerte als ein weiterer Ohrwurm über die Köpfe der Fest- und Trauergemeinde hinweg.

Fortsetzung

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