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So kurz vor Eröffnung des Etablissements durfte aber man nicht vor einem derart notwendigen Schritt finanzieller Aufstockung zurück weichen. Die drei Teilhaber zeigten sich schon froh darüber, dass sie sich auf den Namen geeignet hatten, wussten sie doch, dass jeder Entscheid von Endlosdiskussionen begleitet wurde.

In der Stadt fand der Dreiername als Dreiklang des Dreiergespanns das Gefallen des allgemeinen Klatschs. So wurde neu, nachdem der Name an die Öffentlichkeit gedrungen war, unverfroren darüber gerätselt, wer von den Dreien für welche Bezeichnung verantwortlich zeichnete: Wasser, Wein und Frucht – wo sass der Pate, wo die Patin? Welche von den drei Personen liess sich am besten wie eine Frucht auspressen, damit sie die nötigen Informationen lieferte, um die neugierigen Zungen zu befriedigen, die zungenfertig die bewegte Geschichte des Lokal auf und nieder raspelten.

Gründer Schnaptepürä, der Bekannteste des Dreiergespanns, einschlägig bekannt seiner vielen Friedhöfe wegen, die er als spanische Schlösser sorgsam hegte und pflegte und an den Mann zu bringen suchte und von denen an langen Abenden immer wieder am Schanktisch die Rede war, traute man den Wein zu.

Die Frau, in Kreisen immerwährender gesellschaftlicher Neugier ebenfalls sattsam bekannt, konnte Gründer Schnaptepürä den Wein streitig machen. Der Rebensaft war aber schon vergeben. Sie musste sich im Stadtschwatz mit der Frucht zufrieden geben. Was es mit dieser auf sich hatte, darüber wurde viel nachgedacht, wurden viele Gedankenspiele angestellt. Fruchtbarkeit? Dem Wort folgte ein grosses Fragezeichen. Denn die Dame war für ihre Liebschaften bekannt. Keine hatte lang angehalten, keine war im Sinne der Befruchtung ertragreich gewesen. Also doch der Wein? Was sollte aber in dem Fall der Herr der Friedhöfe mit der Frucht zu schaffen haben? Bäume und Sträucher hatte er auf diesen noch keine gepflanzt, die irgendwelche Beeren, irgendwelches Obst oder Nüsse hervor brachten.

Über diese Zusammenhänge wurde viel gerätselt, ohne aber dass der Gärtner gefunden wurde, der sich in Gründer Schnaptepüräs Friedhöfen auskannte. Das ganze sprachakrobatische Gezerre über Friedhöfe, Wasser, Wein und Frucht machte die drei eigenwillig Schweigenden, welche sich bezüglich der Details zu Namen und Lokal beharrlich zurück hielten, überaus bekannt. Klatsch und Tratsch fördern in gewissen Kreisen den Ruhm. Das Lokal war bereits ein Geheimtipp, kaum war der Name geboren.

Fortsetzung

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