sch-ach-wn-die

wn die

 

Vermutlich waren die drei Teammitglieder davon ausgegangenen, dass etwas automatisch gelingen könne, auch wenn man am Schluss selber da stand wie ein Esel, der darüber staunt , dass er etwas errichtete, von dem er nie gedacht hatte, er könne es auf die Beine stellen.

In der Stadt machten die schauerlichsten Gerüchte die Runde über das, was an dem Ort geboren wurde. Im Zentrum des Lokals befand sich ein einziger grosser Tisch, braun und in ungewohnter, triangolischer Form. Der Raum beherbergte zudem eine Theke; diese dagegen fein säuberlich geschwungen wie der Rücken einer Frau. Für die Wahl der Lampen zeichnete Kurt Schuster, meldete das Strassentelefon.

Sie hingen als spartanische Gebilde von der Decke, die Schirmdeckel über den Leuchtdioden kaum grösser als Bierdeckel, dafür in gleissendem Gelb. Bei vielen wirkten diese allabendlich in den einschlägigen Lokalen herum gereichen Beschreibungen wie die Faust aufs Auge. Auf diese innenarchitektonischen Gebilde ging der Ruf zurück, der bald aufkam, beim Ganzen handle es sich um eine Bieridee, aber eine gute.

Die Geschäftsvorlage mutete absurd an, gründete sie doch auf einem einzigen Produkt, das dem Laden jedoch zum Durchbruch verhalf sollte. Das Produkt führte im Vorfeld der Eröffnung zu den abenteuerlichsten Vorstellungen über das Was und Wie dessen, was angeboten werden sollte.

Bände sprach auch der Name, welcher das Unternehmen schliesslich trug. Diesen aufzuschlüsseln erlaubte es, Blicke in die Gründerzeit zu werfen; aus der bekannt ist, dass sich aufgrund der Vorzugsfarbe Lila, welche die Wände zierte, und der Bierdeckellichter ganz unterschiedliche Persönlichkeiten gegenüber standen, die hart um die Namensgebung rangen.

Diese Arigia Wolgmut und Herr Kurt Schuster, sie, wie in der Stadt bekannt, kein Opfer von Zaghaftigkeit, er hingegen, wie mit der Zeit gemunkelt wurde, ein vollkommener Holzkopf, gerieten sich wieder einmal in die Haare, bildlich gesprochen. Denn Kurt Schuster setzte unverdrossen alles daran, der Frau physisch nicht zu weit zu nahen. Zudem erwies sich Kurt Schuster als viel zu zurückhaltend, um sich zu einer solchen Aggression wie das Haare-Reissen hinreissen zu lassen, wie es hiess.

Gründer Schnaptepürä meinte, das mit dem modischen Tisch sei wirklich eine tolle Sache. Jene Gäste, die sich nicht ausstehen konnten, platzierte man in entgegen gesetzten Ecken. Dort konnte sich jeder, wenn es ihm gefiel, aufspiessen, hatte er genug vom Abend. Derart spitz zeigten sich diese Ecken. Wer sich mochte, setzte sich nebeneinander oder gegenüber und zwar dort, wo der Tisch am schmalsten war. So einfach gestaltet sich Geselligkeit. Der gewählte Tisch biete wirklich grosse Vorzüge verglichen mit einem solchen, bei welchem man beim Bau auf das traditionelle Winkelmass Rechteck Rücksicht genommen habe.

Fortsetzung

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Sch_ach

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s