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„In unser Angebot sollten wir weisse Schatullen aufnehmen. Die tun sich immer gut. Im Schaufenster werden wir sie ausstellen. Die eine oder die andere wird leicht geöffnet sein. Das weckt die Neugier. Man will nämlich sehen und erkennen, was aus ihnen hinaus steigt. Und darum muss man ganz genau in unserer Auslage hinein gucken. Das wird ein Knüller. Aber eine der Schatullen wird ganz fest verschlossen sein mit einem schwerer Gewicht oben auf. Das weckt Assoziationen.“

„Sind Sie wahnsinnig? Man soll nicht mit dem Feuer spielen. Vor allem nicht während einer Geschäftsgründung.“

„Wahnsinnig? Ich? Warum?“

„Wissen Sie, was aus solchen Büchsen alles heraus gekommen ist? Was aus diesen schon alles heraus gestiegen ist? Pandorischer Grösse ist das alles! Eine pandorische Gefahr wird über unserem Geschäft schweben, wenn wir in unser Schaufenster eine beschwerte Dose stellen“, ereiferte sich Kurt Schuster.

„Ach, wir müssen uns nicht mit Details aufhalten, wenn es um Verkauf geht.“

„Wir dürfen uns mit unliebsamen Geschenken nicht unsere künftige Gesellschaft verderben“ warnte Kurt Schuster.

„Wir müssen vor allem eines: zupacken. Wir haben diese Schachtel noch immer nicht geöffnet. Statt um die Dinge herum zu reden, sollten wir die Ärmel zurück krempeln und uns endlich an die praktische Umsetzung unseres Vorhabens machen.“

Die Schachtel, welche die beiden öffneten, sehr kompakt verschlossen und darum voller Überraschungen, enthielt eine grosse Anzahl von Einzelstücken, die nach Vorgaben eines Din-Normblatts A4 zusammengesetzt werden mussten. Deren Inhalt lag bald als unliebsame Überraschung verstreut über das ganz Areal, welches das Lokal umfasste. Der Aufbau des Geschäfts erwies sich fürwahr als ein wahrer Gruss der Pandora. Bunt gestreut und in einem fürchterlichen Durcheinander, ohne jede Ordnung, breiteten sich die Bestandteile der Einrichtung über den Fussboden aus. Mehr Trümmerlandschaft als diszipliniert durchstrukturiert wirkte die Stätte, als sei ein Meteorit knallhart in sie hinein gekracht.

„Trotzdem: Fragen muss man sich stellen. Es verhindert, dass wir mit unseren Dosen Schiffbruch erleiden.“ Kurt Schuster stutzte und fuhr fort: „Erinnern Dosen unter Umständen nicht an Urnen?“

„Weisse Dosen?“ – Gründer Schnaptepürä zuckte mit den Schultern. – „Ich denke nicht. Dosen sind ein ausgesprochener Verkaufsschlager. Dosen braucht der Mensch für alles. Dosen gehören in jeden Haushalt.“

Fortsetzung

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