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„Was soll das nun wieder heissen“, fuhr Wilhelm Schnepfensskorn unwirsch auf.

„Sie kommen daher als ein wortgewandter Vertreter der Wissenschaft. Ich will wirklich nicht in diese Männerfreundschaft aus Pizza und Schach eindringen. Aber dennoch erinnere ich daran, dass es ein Ziel der Wissenschaft ist, der Sie sich verschrieben haben, Linderung wenn nicht sogar Besserung in das schwierige Los vieler Menschen zu bringen. Glyzerine ist das Herz gebrochen. Die Wissenschaft vermochte das nicht zu verhindern.“

„Das sind harte Worte. Besonders auf diesem Bundesplatz. Ich habe diese schon vernommen. Das sind Worte, die Politiker nicht hören wollen, weil jeder Politiker der Selbstverleugnung am nächsten steht. Die Stimmen der Wähler zählen. Diese reagieren sehr empfindlich auf jeden Rappen, der uns, der Wissenschaft, zugewiesen wird. Die Wissenschaft ist ein willkommener Prügelknabe“, meinte Wilhelm Schnepfensskorn. „Wenn dem nicht so wäre, dann würden die Herren und Damen da hinter uns in diesem Polittempel nicht zaudern, sondern der Wissenschaft, der Forschung mehr Geld sprechen.“

„Sie weichen aus.“

„An einem solchen Ort, der privilegiert ist durch den Durchgang vieler Politiker, muss es gestattet sein, über das Versagen eines Landes zu sprechen. Das Land hat sehr viel von einem Schachbrett. Es ist klein und übersichtlich und sieht sich als Nabel der Welt, sich vollkommen selbstüberschätzend.“

„Welm, du rastest aus“, fiel Kabar Extas dem Redner ins Wort.

„Neinnein“, meinte der im Wort Geschnittene. „Bei den Politikern muss man einhaken, mit Fleischerhaken drein schlagen. Es ist ein Sport von denen, mir, uns, den Wissenschaftern, vorzuwerfen, wir hätten versagt.“

„Selbsterkenntnis ist schon ein guter Schritt vorwärts.“

„Wenn sich diese bei allen Menschen einstellen würde, dann sässe ich, Wilhelm Schnepfensskorn, nicht hier als der geschundene Wissenschafter. Prügelknabe der Nation. Die Schönredner vom Volk werden für die Schelten, mit denen sie uns traktieren, noch gelobt.“

„Immer wir, das Volk, die Bösen.“

„Das Volk, das sich im Einheitsballett der Eitelkeit an die Politiker schmiegt.“

„Ohne Politiker funktioniert keine Demokratie.“

„Die Politiker, die das Volk, das Stimmvolk loben, damit es seine Stimme auch an den richtigen Platz schickt und damit das Mundwerk der Gewählten schmiert. Und dann werden die Augen geschlossen. Kaum unkt irgendwo jemand gegen uns Wissenschafter, das bin ich, wir hätten wieder einmal einen Fehltritt, eine Dummheit begangen oder seien einem Wunsch nach Heilung nicht auf der Stelle nachgekommen oder hätten einem Begehren nicht entsprochen, werden wir an die Wand geredet und mundtot gemacht. Die Politwähler, kurzsichtig wie sie daher kommen, wollen uns das Budget kürzen, während die Politiker und Politikerinnen im Palast dahinten ihr Gewäsch weiter ausbreiten können. Aber das sei Ihnen gesagt, schöne Frau, noch nie hat ein Politiker einen Menschen vom Krebs geheilt.“

Fortsetzung

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