sch-ach-ug-Geschaeft

ug Geschäft

Ein Mann kaute, während er zuschaute, selbstvergessen und trotzdem äusserst nervös, das Spiel bannte ihn, an einem Apfel, den er mit relativ grosser Geschwindigkeit verschlang, als wolle er mit dem aktuellen Spielrhythmus mithalten. Erst als die Zähne in den Obstkern schlugen, schaute sich der Mann das an, was er von dem Stück noch in seinen Händen hielt und was von diesem übrig blieb. Ordnungslieb, wie der Schachspieler sich nun mal zeigt, entsorgte er den Kern seines abgeknabberten Apfels in einem der bereit gestellten Abfallkörbe.

Ein harrender Spieler, der auf seine Runde und somit Chance hoffte, hatte tatsächlich von irgendwo her auf einem Teller aus Pappe eine Portion Spaghetti mit einer Sauce zweifelhaft braunroter Farbe herbei geschafft. Saft und Teigware schlürfte er mit wenig Genuss in sich hinein, stopfte nach, sobald die Ware im Mund verschwunden war, würgte an dem zu schnell Genommenen, weil ihm beim Betrachten des Geschehens auf dem Steinplattenbrett zu seinen Füssen zuweilen etwas in den falschen Hals geriet.

Gemächlich und selbst kontrolliert verhielt sich jener, der an einer Mineralwasserflasche nuckelte, selbstzufrieden wie ein Baby, das sich in seinem Kinderwagen gut beschützt weiss.

Dieses „unappetitliche und unkontrollierte Essen, wie der seine Spaghettis ohne jede Disziplin und Können verschlingt, das ginge noch. Aber“, und das war weit schlimmer, die Pizza hatte am Rande des Spieles Einzug gehalten.

Aufgemacht als Einheitsfladen im formgenormten Karton erwies sich das verzehrbare Objekt als ein widerspenstigstes Gebilde, das sich unanständig mit langen Fäden an die Finger heftete und eine ölige Masse über die Hände legte, die das klebrige Ding in einem wackeligen Gleichgewicht hielten, so dass es dennoch irgendwie unbeschadet an den weit geöffneten Mund heran geführt werden konnte, um dort seine Spuren auf dem Kinn zu hinterlassen.

„Ja, mein lieber Freund“, sagte Wilhelm Schnepfensskorn, „ein weiteres Mal haben Schach und Pizza zusammen gefunden. Wie der dort seine Pizza isst! Der gehört verprügelt. Ein Nahrungsmittel darf man nie auf derart unanständige Weise an den Mund heran führen. Der Kerl schaut völlig durchgedreht aus. Eine Pizza, hier, auf diesem Platz. Das gibt mir so richtig Lust darauf, ihm seine Pizza ins Gesicht zu schmeissen. Er isst völlig unappetitlich.“

„Das nur nicht“, warf Kabar Extas ein. „Und wenn du an Essen denkst, dann heisst das noch lange nicht, dass wir beide die gleiche Absicht hegen.“

„Das Essen“, entgegnete der Gegner, „bringt uns erneut auf den Boden der Wirklichkeit zurück.“

Nun meldete sich die Frau zu Wort: „Auf Ihren nächtlichen Eskapaden durch die Einsamkeit brechen Sie keine Frauenherzen. Sie retten aber auch keine Frauen.“

Fortsetzung

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Sch_ach

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s