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Ein Holterdipolter setzte auf diesen Einwand hin nicht ein. Vielmehr schaute die anvisierte Person verdutzt.

„Immer die Frauen. Und ewig lockt – ich weiss. Als ob sie mich weiter bringen würden“, erklärte der Angesprochene. „Ich bewege mich von selbst. Meine Masse reisst mich vorwärts und meint es gut mit mir, so dass ich immer wieder auf neue Erkenntnisse stosse, die mir neue Wege und Horizonte öffnen.“

„Aber nicht auf Frauen. Sie sind bemitleidenswert.“

„Meine Werte liegen anderswo.“ Wilhelm Schnepfensskorn gab sich nicht geschlagen. „Ich will nicht über die Strassen walzen, Frauen nachjagen und auch noch Schachspielern, damit ich eurer Einsamkeit entfliehen kann.“

„Das Reizwort“, bemerkte Kabar Extas, „ist wieder einmal gefallen. Mit regelmässiger Notwendigkeit.“

„Ach, mit dieser Einsamkeit“, kam es von Wilhelm Schnepfensskorn, der den Hinweis auf das Schach geflissentlich überhörte, „steigt man gewiss in das Jammertal hinab, in welches das Leben den Menschen zuweilen hinab zieht. In einem solchen befinden wir uns bald an diesem Tisch. Ich kann kaum ein Wort mehr setzen, ohne dass mir daraufhin ein Strick gedreht wird. Jedoch, das muss man auch wissen und berücksichtigen: Mit jedem Wort, das geäussert wird, steigt man wieder aus diesem Tal hinaus. Und auch mit dem Essen steigt man wieder hinaus. Auch das ist eine Gewissheit. Dieses gibt mir die nötige Kraft, damit man wieder hinaus kommt, damit ich weiter komme.“

Das Schach nebenan gab dem Sprecher recht. Die Spieler und die beigefügte Kommentatorenschar mussten dafür sorgen, dass sie bei Kräften blieben. Kommentatoren übrigens deswegen, weil sich kaum je eine Frau in dieser Runde aufhielt. Beim Strassenschach sind die Männer unter sich.

In regelmässigen Abständen entfernte sich jemand von der Gruppe und kam dann wieder zurück, ausgerüstet mit einem Getränk oder einer Fertignahrung, um an der öffentlichen Bekundung gemeinschaftlicher Schachliebe weiter mit zu tun.

Fortsetzung

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