sch-ach-uc-Sorglos

uc Sorglos

 

Das Geschehen auf dem Brett wirkte sich auch auf die Tischrunde aus, zu welcher der Dicke gehörte. Die Drei am Tisch betrachteten sichtlich verwirrt den Rummel. Der Dritte drehte sogar etwas seinen sperrigen Leib und meinte: „Aber das geht doch nicht, wie die da tun! Das nimmt dem Spiel seine ganze Würde. Man muss eingreifen.“

Kabar Extas fuhr dazwischen: „Du willst dich aber nicht schon wieder einmischen. Steh nur nicht auf. Du wirst alles umwerfen.“

„Mich bei denen einmischen und ihnen Mores lernen! Nein, das werde ich sicher nicht tun. Ich mische mich nie ein Schachspiel ein. Denn ich will nicht zum Spieler werden. Diese scheinen es zudem hoch zu haben. Das widerspricht deutlich der Seriosität deines Spiels. Einsam sind die nicht.“

„Jene der Nacht, die du mit den Worten trittst, aber schon.“

„Die Einsamen der Nacht, ja, diese. Ich will nicht überheblich wirken, aber sagen tu ich es doch, auch wenn, sofern ich weiterhin spreche und nicht schweige, es so aussieht, als wüsste ich alles. Meine natürliche Zurückhaltung und Bescheidenheit in allen Dingen, ausser dem Eigengewicht, hindert mich aber daran zu schweigen.“

„Das dachte ich mir, ohne dass es du sagst.“

„Denn in der Nacht sieht man vieles, was nicht in den Kopf will. Die Gänge der Nacht führen zu vielen Menschen hin. Zu Menschen, die in diesen Gängen eingeschlossen sind und nicht mehr heraus kommen. Menschen, die unserer Wissenschaft bitter bedürfen, um geheilt zu werden. Zu einer jungen Mutter, die für eine Viertelstunde ihren Körper hingibt und auf ihrem Kind sitzt, während der Herr weiter ging. Das ist das Schöne an der schönen neuen Welt der Handys. Auf diesen befinden sich viele Bilder gemeinsamen Glücks. Von Kindern, Freunden und Freundinnen. Dabei ist die arme Frau auf der Suche nach einer emotionalen Bleibe. Das Mobilphon kann jedoch nicht dienen. Es schweigt, wenn die Herren angegangen werden. Die Bilder lächeln. Die arme Dame fällt auf, wenn Pärchen sie kreuzen, sie allein da sitzt, in einer Bar, das Handy in der Hand, welches als Kommunikationsmittel über die eigene Einsamkeit hinweg täuschen soll, wartend auf den Anruf, auf die Information, die nie kommt, jenen nachschaut, die davon gehen, glücklich, das leere Handy in der Hand.“

„Sie sind brutal.“

Fortsetzung

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