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sw Titowa

„Immer von der Seite oder von hinten.“

„Und wenn ich ihn jetzt sehen würde, würde er von mir aus gesehen von vorne kommen.“

„Du verteidigst ihn?“

„Auch er muss leben können.“

„Glyzinie konnte er nicht retten.“

„Ihren Tod kann man ihm nicht zum Vorwurf machen. Für diesen kann er wirklich nichts.“

„Gleichwohl ist er eine Pest. Warum reden wir überhaupt von ihm?“

„Es liegt etwas in der Luft. Du hast das gesagt.“

„Der Abend ist gerettet, wenn diese Luft an uns vorbei zieht. Und da wir von diesem sprechen, könnte ich zu unserer Beruhigung sagen: Dass er hier auftaucht, ist kaum zu erwarten.“

„Das ist beruhigend. Und das wird dich beruhigen.“

„Neue Ideen, neue Visionen, neue Weg tun sich auf. Dahin werden wir gehen. Unentwegt gerade aus. Unentwegt – wohin? Irgendwohin.“

„Ja. Du hast recht. Genau dorthin werden wir gehen.“

„Erst bleiben wir aber hier.“

„Und so schnell wollen wir nicht aufbrechen. Am Rande dieses Schachfeldes ist es jetzt wunderbar ruhig und friedlich. Für einmal redet niemand in das Spiel. Die Figuren bewegen sich lautlos. Das sagen mir deine Augen. Man hört nichts von ihnen. Das Schach ist ein friedvolles Spiel. Natürlich keinerlei vergleichbar“, plapperte Kabar Extas fröhlich weiter und beobachtete die Vielzahl des Volkes, das nach allen Seiten des Platzes strebte, dabei das Schachspiel weiträumig umging, „mit dem, wenn ein Mann und eine Frau aufeinander treffen und aufeinander los gehen. Das nennt sich Sex. Sex findet aber im Schach nicht statt. In diesem geht es viel friedlicher zu. Das wird wohl der Grund dafür sein, dass auf diesem Platz ein Schach steht und nicht ein Bett.“

„Sex auf dem Brett. Das müsste man mal ausprobieren. Aber nicht auf diesem Platz.“

„Nicht auf diesem Platz“, pflichtete Kabar Extas ein. „Wo hat denn die Liebe da noch Platz, wenn man derart ausgestellt ist.“

„Es gibt Leute, die lieben es, derart ausgestellt zu sein.“

„Zum Beispiel'“

„Diese Schachspieler.“

„Sie finden ihr Vergnügen dabei.“

„Suchen wir das?“, fragte Jette Pferd.

„Wir nicht. Andere schon.“

Fortsetzung

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