sch-ach-st-sprengen

st sprengen

 

„Nicht an diesem Tisch, wo wir uns nur in einem Schachspiel spiegeln.“

„Und wenn jetzt wie vom Bundeshaus her auch von deinem Freund, dem Dicken, ein Schatten über diesen Tisch fallen würde?“

„Nein, verschone mich mit diesem. Ist er in der Nähe? Siehst du ihn?“

Kabar Extas zuckte auf und blickte links und rechts, hinter sich über das Strassenschach, wo die ganze Mannschaft auf dem quadrierten Deck und neben diesem einmal mehr in einer heftigen Diskussion begriffen war. Zwischen den Männern, Frauen gingen nur staunend an der streitenden Meute vorbei, standen einige Figuren. Man debattierte offenbar über die Stellung der beiden Könige.

Kabar Extas wandte sich wieder seiner Begleiterin zu. „Nichts Gefährliches auszumachen. Da hatten wir noch einmal Glück. Es ist unglaublich, wie es ihm immer wieder gelingt, in den unverhofftesten Augenblicken aufzutauchen. Er ist ein Ungeheuer. Ich würde ihn Astrachus nennen. Der würde uns wie ein riesengrosser Saurier auf die Figuren treten und Läufer und Pferd auslöschen und alles durcheinander bringen, was Klarheit zwischen uns schafft.“

„Ganz recht. Das Holterdipolter würde Klarheit darüber schaffen, ob wir es auch ausserhalb des Schachs zu etwas bringen.“

„Nein, kein Gepolter! An diesem Ort ist vielmehr ein Kuss ein Muss.“

„Stuss. Am Rande des Schachs küsst man nicht. Man konzentriert sich auf das Spiel.“

„Das Schach ist nur noch in deinen Augen, wie ein Saum, ein Schaum von einem Traum, in welchem sich Schach und du zu einer Einheit vermischen.“

„Zuerst die Nuss, und dann das Kaum. Du überbietest dich in Reimerei. Ich bot dir zwei neue Reime an. Was machst du aus diesen?“

„Das Schach und das Du ist nur das, war über uns schwebt. Ist nur der Schaum über dem, was darunter ist, und das sind wir. Wie ein Traum schwebt der Schaum über uns, den das Du und das Schach als dahin schwebende Zwei überdecken. Das Schach geht mit dem Traum, doch du bleibst als ein Teil von dem, was über ist, und das sind wir.“

„Wenn wir so weit unten sind, dürfen wir nur nicht unter die Räder geraten, die über uns hinweg rollen. Hier ist ein schöner Ort, Schach hin oder her. Das Schach darf uns den Abend nicht stehlen. Neben dem Schach muss in unserem Leben noch das andere Leben seinen Platz haben.“

„Da hat es Platz für vieles. Denk nur an die zurück liegende Nacht. Haben wir sie nicht gemeinsam durchwandert? Die Nacht, wir haben sie gemeinsam durchgemacht.“

„Nacht, ja. Aber lass den Reim. Er stört die Nacht.“

„Da will man poetisch sein und es passt nicht ins Schach.“

„Es fehlt der Reim.“

„Ach.“

„Sch! Das Schach ist ein Schatz, den man nicht verletzen darf.“

„Und doch es tief verletzt.“

„Sprichst du vom Dicken?“

„Von ihm zu sprechen, würde das Schach verletzen.“

„Er hat in deinem Leben eine starke Präsenz.“

„Der Zufall führt uns immer wieder zusammen.“

Fortsetzung

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