sch-ach-sr-Qual

ss Fesseln

 

„Was heckst du da wieder aus? Am Reiten bist du mitbeteiligt Zudem spricht man darüber nicht in der Öffentlichkeit.“

„Auch wenn ein öffentliches Schach in meinem Rücken liegt, ist es noch lange nicht Öffentlichkeit, wo wir uns befinden. Wir sitzen an einem Tischchen und da können wir tun und lassen, was wir wollen. Und so können wir ohne Weiteres über das erfolgreiche Reiten im Bett reden.“

„Keine Reiterin ohne Tier. Dem Tier muss es gefallen, wenn es geritten werden will. Das ist auch eine Regel. Aber was ist mit dem Läufer, der dich so durcheinander bringt? Er ist eine stolze Figur. Ihm steht seine Männlichkeit gut.“

„Die Männlichkeit, sagst du. Du hast ein vollkommen falsches Bild von den Läufern, obwohl sie das vollkommene Abbild von dem sein können, was sie abbilden.“

„Ein Bild von dem, was du dir machst, davon kann ich mir keines machen.“

„Das Schach ist ein erotisches Spiel und ist darum mit den entsprechenden Symbolen ausgestattet. Es ist ein Spiel um Macht, doch wie kein anderes Spiel auch ein Spiel um Frau und Mann, Königin und König. Die Königin ist wie im wirklichen Leben mächtiger als der Mann. Der Mann wirkt im Schach wie festgenagelt, während die Königin sich in grossen Schwüngen über das ganze Feld schwingen kann, um dort und hier ins Spiel einzugreifen. Aber die Gestalt der Frau findet ihren vollendeten Ausdruck nicht in der Königin, sondern im Läufern und der Form, die ihm gegeben wurde. Diese Figur allein nimmt die Gestalt der Frau formvollendet auf. Trotzdem wurde sie über die grammatikalische Geschlechterzuweisung mit dem männlichen Attribut versehen.“

„Der Läufer.“

„Keine andere Figur nimmt derart kunstvoll den Schwung deines Rückens auf, Jette, wie der Läufer im Schach. Die Königin steht steinern und steif und starr auf ihrem Feld, als ob sie zwangsverheiratet worden wäre. Der Läufer wirkt hingegen, wie wenn er frei und frisch eben aus dem Bett gestiegen ist und wohltuend seinen Rücken reckt, als wäre die durchliebte Nacht in Holz festgehalten worden.“

„Es gibt aber Läufer, die sehen sehr hölzern aus.“

„Die Grundform des Läufers übernimmt den weiblichen Schwung, der sich aus der Hüfte heraus zu den Schultern hinauf zieht. Wer den Läufer verformen sollte, also ihm eine andere Gestalt gibt, der hat von Schachspiel nichts verstanden. Der Rumpf der Frau stand der Figur Modell. Damit sie auch steht, fügte der Künstler, der die Figur schuf, dieser das breite Becken der Frau als Standbein bei.“

Fortsetzung

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