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„Es ist ganz klar, dass diese Kürzungen dem Text ein völlig neues Profil geben. Der Tod erhält ein ganz eigenes Gesicht. Unser Krimi wird besser fassbar. Der Gegensatz von Tod und Ewigkeit wird fast greifbar, so wie die Ewigkeit am Fusse der Pyramide zum Greifen nah ist, aber eben doch nicht ganz. Als klare Wegweiser zur Ewigkeit taugen die Pyramiden aber bestens als Stätten für den freien Tod. Der Freitod verbindet sich mit der Ewigkeit. Das Werk des Menschen ist zur Vollendung gebracht. Nichts eignet sich mehr zu einer solchen Vollendung, als einen Toten in einen Kriminalroman zu packen und ihn dann mystisch zu verklären.“

„Und was bleibt am Schluss der geleisteten Arbeit?“

„Ein spannender Kriminalroman.“

„Von dem immer noch nicht ein einziges Wort steht. Bevor wir etwas kürzen können, müssen wir erst etwas schreiben. Mein Vorschlag: Wir kürzen zuerst die Gedanken, dann brauchen wir weniger zu schreiben.“

„Meine Kompositionskunst geht immer von einem Ganzen, einem Vollendeten aus. Erst das Ganze, dann das Kürzen. Das ist eines der ehernen Prinzipien, denen ich mich als Künstler verpflichtet habe. An diesen halte ich konsequent fest und bin darum ein ehrbarer Mann.

„Solches zweifle ich gar nicht an.“

„Wir müssen uns an die Arbeit machen. Unsere Geschichte hat eine grosse Zukunft. Der konsequent zu Ende gedachte Freitod in einer Pyramide! Glyzinie würde mir zu einem solchen Gedankengang gratulieren. Weil sie es mir nicht sagt, nicht sagen kann, muss ich es mir noch einmal sagen. Zuspruch tröstet. Wir haben eine grosse Zukunft!“

„Wenn wir jetzt weinerlich werden, dann kappt uns dies die Kraft, mit dem Schreiben unserer Geschichte zu beginnen. Wir sollten zusammen bleiben, richtig, und etwas gründen. Gemeinsam sind wir voller Ideen. Wir zwei ergänzen uns ausgezeichnet.“

„In einem gewissen Sinne hat es etwas für sich, was Sie da sagen. Wir haben nun sehr lange miteinander gesprochen und sind uns eigentlich dabei nicht in die Quere gekommen. Jetzt, nach dem endgültigen Weggang von Glyzinie habe ich Kapazitäten frei. Ich bin unterbeschäftigt. Und weil der Tod Inhalt unseres Kriminalromans wird, kann mich Neues nur zum Weitermachen im Leben ermutigen. Die Geschichte der Pyramide hat uns in Stimmung gebracht.“

Fortsetzung

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