sch-ach-rq-Beinschraube

rq Beinschraube

 

Ja, es ist wirklich an der Zeit, dass der Schreiber die beiden lasterhaften Gesellen ins Leere leck laufen lässt. Ein letztes Mal sei den beiden schwatzhaften Scherzern das Wort noch gewährt, damit sie ihre müden Ausführungen wenigstens ordentlich zu einem Ende führen, aber einem schnellen, und ihr absolut konsequentes Chaos in der alles auflösenden Mistgrube des Vergessens versenken.

Gründer Schnaptepürä hielt weitere Überlegungen zu seinen unrühmlichen Kürzungen zum Besten. Der Leser mag selber urteilen und mir verzeihen, dass ich den Herren Gründer Schnaptepürä weiter zu Wort kommen lasse.

„Es handelt sich dabei um eine Verfeinerung der Methode, Seiten heraus zu reissen, und lässt sich im Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung ohne grosse Schwierigkeiten umsetzen. Früher hätte man auf die Schere zurück greifen müssen, um diese Kompositionskunst zur Vollendung zu bringen. Heute erledigt sich solches leicht am Computer. Es geht dabei darum, beispielsweise jedes zehnte Wort zu tilgen und zwar im Manuskript mit Hilfe der Schere. Es ist dabei durchaus erlaubt, sowohl das Serie wie das Rotationsgesetz anzuwenden. Mal jedes elfte oder fünfzehnte Wort weg, dann wieder jedes achtundzwanzigste Wort, wobei man eine Zeitlang wieder zum Elferrhythmus zurück kehren kann. Verschiedene Variationen sind durchaus möglich. Die magischen Zahlen dreizehn, zwölf, hundert und hundertvierundvierzig oder vierhundertsechsundneunzig dürfen verwendet werden. Denn bekanntlich enthält ein Buch mehr Wörter als Seiten. Wörter bieten mehr Raum als die Seiten und darum auch mehr Möglichkeiten, um zukürzen. Es sind also ganz verschiedene Eingriffe kompositorischer Art zulässig. Diese Kompositionsart ist jedoch mit Gefahren verbunden. Aber die moderne Technik hat hier Abhilfe geschaffen. Ich werde mich erklären.“

„Die Wörter Mord und Leiche dürfen keinesfalls gestrichen werden, sonst ist es mit unserem Krimi aus. Auch die Pyramide muss bleiben“

„Ich gehe mit der Musik behutsam um.“

„Es ist wirklich erstaunlich, auf welche Art und Weise Sie Ihre Kompositionen zum Erfolg führen.“

„Der Komponist muss an alles denken. Sonst tappt er beim Komponieren in verschiedene Fallen. Wenn er auf dem Papier seiner Partitur oder seines Manuskripts mit der Schere unachtsam hinein fährt und kürzt, dann hat dies seine Tücken. Dann kann es durchaus geschehen, dass er dem Text grossen Schaden antut, indem er auf einer Seite ein Wort heraus schneidet. Denn die Gefahr ist gross, dass beim Herausschneiden auf der Rückseite des Blattes ein wichtiges Schlüsselwort wenn nicht ganz wegfällt, so doch leicht amputiert wird und nur noch ein Teil von ihm auf dem Blatt stehen bleibt. Das wäre für den Text ein schwerer Verlust, der den Inhalt unkenntlich machen könnte. Heute aber, im Zeitalter der Computer, ist diese Gefahr gebannt. Denn die Bildschirme kennen keine Rückseite. So ist die Gefahr viel geringer, dass versehentlich das falsche Wort, ein Wort zu viel, kurz: ein Schlüsselbegriff beim Kürzen aus dem Text verschwindet. Die Computertechnik gestattet es, Unregelmässigkeiten aus dem Weg zu gehen. Sie räumt quasi Stolpersteine aus dem Weg. Alles, was überflüssig ist in einem Text, wird weg geräumt. So entsteht Raum für mehr, mehr Spannung. Die Geschichte entsteht nur noch nach den genauen Regeln der Kunst des Komponierens, die ich geschaffen und geregelt habe.“

„Den Wunsch nach absoluter Präzision und unveräusserlicher Radikalität kann ich nur unterstützen. Der Fortschritt kann nicht aufgehalten werden, wie es so schön heisst.“

Fortsetzung

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