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„Auch in den Wissenschaften, und nicht nur in der Kunst und beim Betreiben von Friedhöfen, Komponieren und Anpassen von Buchinhalten an Kundenwünsche, ist man einer starken Konkurrenz ausgesetzt. Wen wundert es also, dass man sich rechts und links bedient. Das eigene Ego steht über Allem und im Vordergrund. Ihr Chef wird da nicht besser sein.“

„Über ihn will ich mich nicht auslassen. Ich muss schon genug mit ihm streiten, und das nicht nur über unwesentliche Dinge. Kopieren Sie etwa in Ihren Arbeiten. Solches tun Sie nicht. Davon bin ich überzeugt.“

„Nicht doch. Um den eigenen Weg zu bahnen, ist gar so mancher bereit, über Leichen zu gehen. Dafür habe ich bekanntlich meine Friedhöfe.“

„Wozu dienen Ihre Friedhöfe?“

„Spass beiseite. Es versteht sich natürlich, Herr Schuster: in den allermeisten Fällen über geistige Leichen, die nicht einmal als Randnotiz im eigenen Leben auftauchen. Man muss in einer gewissen Weise radikal leben, wenn diese Radikalität den eigenen Vorstellungen von Ehre entsprechen soll.“

„Haben Sie denn nicht Angst, dass jemand Ihnen nach dem Prinzip CVD die Überlegungen über diesen Perelman, die Sie mir eben ausführlich und mit viel Geduld dargelegt haben, klaut und als die eigenen ausgibt.“

„Nun, wenn er das tut, dann ist er von Dummheit gezeichnet und leidet zudem unter einem sehr schlechten Gedächtnis, das ihm aus dem Kurzzeitgedächtnis das D getilgt hat.“

„Auch wieder recht. Aber dumme Leute auf den höheren Ästen, die gibt es nun einmal. Die kann man nicht einfach mit dem D weg denken.“

„Da haben Sie wieder recht.“

„Ist der Dummheit wirklich nicht beizukommen? Es werden immer wieder Leute von den Bäumen fallen.“

„Es lässt sich direkt ein neuer Friedhof, ein CVD-Friedhof einrichten. Der wäre sicher sehr schnell prominent besetzt. Perelman würde am Eingang sitzen, aus seinem Samowar Tee mischen und schlürfen und die Leute nicht beachten, welche in meiner neuen Einrichtung Einzug halten, und dabei die Zeitung lesen.“

„Dieser Perelman hat, wenn ich das richtig verstanden habe, auch nach dem PC-Prinzip gearbeitet, das D aber ausgelassen.“

„Sehr grob und überaus ungenau gedacht lässt sich so etwas sagen, auch wenn es nicht der Realität entspricht. Er hat nicht kopiert und gepastet. Er hat auf dem aufgebaut und an dem weiter gearbeitet, was der Andere, eben jener, als Vorarbeit geleistet hat, wie Perelman zur Begründung seines Neins erklärte.“

„Und der Andere, wer ist er?“

„Ein Amerikaner. Sie werden dessen Namen sicher gehört haben. Anscheinend handelt es sich auch um einen Mathematiker.“

„Kunststück. In der Mathematik ergibt das Eine aus dem Anderen. Kopiert wird nicht, es wird gefolgert. Die Mathematik liefert klare Antworten.“

„Nur nicht als Antwort den Namen jenes Amerikaners.“

„Alles kann ich nun mal auch nicht wissen uns errechnen.“

„Aber immerhin haben wir erkannt, dass die beiden zwei Glieder in einer Kette bilden, welche die Mathematik zusammen hält.“

„Höchst interessant. Man lernt jeden Abend etwas Neues. Dieser ist naturwissenschaftlich höchst aufschlussreich und ertragsreich. Der Sache muss man nachgehen.“

Fortsetzung

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