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Kürzungen sind heutzutage überall angesagt. Bei den Preisen, die jedermann zu bezahlen bereit ist für den Kauf eines T-Shirt, eines Weins, der weit unter seinem Wert verkauft wird, weil die Produktionskosten auf den niedrigsten möglichen Wert gedrückt werden. Die Welt ist eine riesengrosse Aktion, wo rigorose Kürzungen omnipräsent den Markt beherrschen, auch im Kulinarischen. Irgendjemand wird bei Billigstpreisen das Nachsehen haben. Diese Jemands werde heute mit den Preisen auch gleich weg gekürzt. Hauptsache, die Kasse klingelt hell und erhält die eigene Börse bei guter Laune.

Kunststück, dass das zusammengepresste Hackfleisch unter verschiedenen weltweit bekannten Namen Hochkonjunktur feiert als Verschnitt von dem, was man nicht weiss, was es überhaupt ist, aber trotzdem isst, und dabei ganz unterschiedliche Imbissketten hochleben lässt, die sich im Menü, den weichbrotzwischengelegten Käsefladen und altölfrittierten Stabfisch ausgenommen, nur wenig unterscheiden.

Wer die Vielfalt bewahren und erleben will, zahlt und zwar deutlich mehr, als die Kompositionskunst Gründer Schnaptepürä wert ist.

Musikstücke, die zwar gemäss einem genauen System und einer durchdachten Ordnung zusammengekürzt werden, verlieren die Essenz, ihren Inhalt, ihre Eleganz und verwandeln sich maschinell wie die Tomate, die in das Catchup gezwängt und chemisch aufgeduftet wird, zu einem Produkt, dass nur noch aus Tube oder dem Beutel gedruckt wird. Wie anders als eine genormte Industrietomate wirkt eine schmackhafte Gartentomate auf Verstand, Herz und Befinden, die, frisch gepflückt, sachte in den Mund geschoben wird!

Einheitsbrei! Sein klarstes Markenzeichen ist und bleibt die Kürzung. Bei dem Brei kürzt sich alles weg, was ihn von einem anderen Brei abzeichnet. Die besten Stücke mundeten bereits, die Resten verkochen zum Sud, den die Industrie zu einem verkaufbaren Mus aufpeppelt. Von solchem Brei fällt jeder ästhetische Gewinn ab. Das Gleiche gilt im Bereich der Automobile, die heute als eine ungeheuer eintönige Autoeinheitsshow daher fahren, in welchem die grosse Vielfalt der früher zum Teil spielerisch anmutenden Autokarosserien dem strengen Fallbeil der ökonomischen Stromlinienform geopfert wurde. Nur noch Spezialisten vermögen die unterschiedlichen Modelle der verschiedenen Anbieter voneinander zu unterscheiden. Sogar die variationsreichen Details beginnen sich zu ähneln. Der eine Wagen eines Autoherstellers könnte ebenso gut aus der Fliessbandfabrik eines anderen gefahren sein. Lediglich das Markensignet macht den Unterschied. Alle anderen Marken-Eigentümlichkeiten wurden weg gekürzt. Was die Träume der Autonarren beflügelte wird als Abschreibung in den Firmenbuchhaltungen unter Tempi passati verbucht.

Fortsetzung

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