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In Gründer Schnaptepüräs Komponistenambitionen spiegelte sich die vereinheitlichte Kost, die heutzutage rund um den Globus angeboten wird und aus nichts anderem mehr besteht als einem Verschnitt, einer Mixtur dessen, was die Küchen weltweit ersonnen haben. Gründer Schnaptepürä befand sich mit seinen Kompositionen, einer Mixtur aus Verschnitten, voll im Trend.

Diese schnaptepüräischen oder, um mit Kurt Schuster zu reden, schnaptatischen Werke muteten trotzdem seltsam an: abgeschnitten, unfertig, zerschnitten, verletzt, geradezu amputiert. Hingegen folgten sie den Vorgaben des alles beherrschenden Zeitgeistes, der alles Tun auf Beschleunigung ausrichtet. Da ist dem Kebab in der Türkenbude um die Ecke geradezu Unrecht angetan, wenn man ihm aus dem Wege geht. Denn dieser stellt sich wie das anhaltende Eckgespräch der immer vorwärts drängenden Jagd in den Weg. Die mit Sauce, Gemüse und Fleisch gefüllte, nach oben offene Teigtasche gilt wenigstens noch als das einheitliche Produkt einer Kultur, an welcher nichts weg geschnitten wurde, sondern deren bekanntestes Hauptgericht über Jahrhunderte Bestand hat. Das Gebilde mutet zudem fast an, als könne ihm sogar mehr vertraut werden als manchem kulinarischen Fabrikat, das auf der Strasse oder in einer globalisierten Schnellimbissfiliale feil geboten wird, und bei welchem man zudem nie so recht weiss, was in dieser auf Tempo getrimmten Fertigware neben dem vielen Fett und weiteren triefenden Zutaten noch enthalten ist.

Das Komponieren, welches aus dem mathematisch konsequenten Zerhacken von bereits bestehenden und vermutlich berühmten Musikstücken besteht, wirkt nicht wie eine Vollwertkost. Das Menü sieht vielmehr danach aus, als sei hier etwas, dort etwas genommen und zu einem beliebigen Handelsgut zusammen gesetzt worden. Der Kebab entspricht geradezu einem vorzüglichen Vollwertmenü verglichen zu dem, was Gründer Schnaptepürä Kurt Schuster mit viel Redefleiss vorsetzte.

Gründer Schnaptepüräs Kompositionsambitionen führten zu nichts anderem als zu einer zerhackten Einheitskost. Gekürzt tönen alle Musikstücke gleich. Sie legen sich als harmonisiertes, konturenloses Einerlei, wie aus der Tüte gedrückt, um den gesamten Globus. Gründer Schnaptepüras frevelhafte, – dies aus der Sicht manches Musikliebhabers, der sich gern in den bequemen Sessel zurück lehnt und selbstvergessen guter Musik hingibt –  gar lästerliche Ton-Arrangements steckten voll im Trend.

Fortsetzung

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