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Die beiden Varianten geben solchen Eckgesprächen eine ganz besondere Brisanz. Denn oft tritt bei Eckgesprächen der heikle Fall ein, dass man auf den Moment nicht weiss, welche von beiden Möglichkeiten dafür verantwortlich ist, dass es an der Ecke nach dem Stopp und einer kurzen Verabschiedung nicht zügig auseinander geht, so dass beide ihr noch verbleibendes Tagwerk fix fortsetzen oder dann ab nach Hause gehen können.

Bei dem Eckgespräch, das zu der eben angeführten kurzen Abhandlung den willkommenen Anstoss gab, musste anscheinend noch etwas gesagt werden. Jedenfalls antwortete Gründer Schnaptepürä:

„Ein Komponist spricht nicht mit Worten. Jeder Künstler hat seine ganz eigene Ausdrucksweise. Der eine drückt sich über das Holz aus, das er bearbeitet, der andere über die Leinwand. Das ist der Unterschied zur Wissenschaft, die in einer Einheitssprache kommuniziert, so dass die Wissenschafter sich schon nach den ersten ausgetauschten Worten bestens verstehen.“

„Die Sprache der Wissenschaft ist reine Klarheit. Das haben Sie in vollkommener Sachlichkeit erfasst. Sie verfügen über eine ausgezeichnete Auffassungsgabe. Ich bin wirklich neugierig und begierig danach zu erfahren, was Ihre Kompositionen sind.“

„Ich werde Ihnen ganz präzis antworten. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten des Komponierens“, erläuterte Gründer Schnaptepürä. „Komponisten schöpfen aus den verschiedensten Elementen, die ihnen begegnen, ihrer Inspiration Flügel verleihen, wie man so sagt, aus dem Anblick, aus der Erfahrung einer schönen Frau, eines schönen Mannes, eines Tieres, einer Landschaft, einem Nichts, dem Tod. Glyzinie. All dies inspiriert den Musiker, der ich bin, zu Melodien, über deren Qualitäten ich jetzt das Schweigen walten lassen will. Meist und oft entstehen jedoch Musikstücke, welche das Herz und das Gehör betören, auch wenn sich das akustische Empfinden von uns Menschen mit der Zeit wandelt. Was heute als Ohrwurm daher kommt, kann morgen zum Ohrenschmerz mutieren.“

„Sie lieben es, mit Fremdwörtern zu sprechen. Das ist auch eine meiner Schwächen. Aber mutieren, das war an dieser Stelle richtig eingesetzt.“

„Danke. Ich weiss Lob zu schätzen und mich erkenntlich zu zeigen. Das mit der Kunst ist nicht immer einfach. Man muss viel einstecken. Ungerechte Kritik. Leute, die von rein gar nichts verstehen, mogeln sich zu Kritikern heraus. Das Nörglertum, das sich das bunte Kleid Kritik überzieht, um der eigenen Stimme mehr Gewicht zu geben, ist immens in unseren Breitengraden. Aber mit der Präzision begegne ich diesem Gemecker. Der Herzschmelz, in Musik gesetzt, summt sich Tag aus, Tag ein ins Ohr, bis er sich darin so sehr hinein gedreht hat, dass er tief in die Ohrschnecke gedrungen ist, eben ein Ohrwurm. Ganz anders ist es aber mit der anspruchsvollen Kompositionskunst, die zu Herz und Ohr auch noch den Verstand anregt und kitzelt. Dieser Kunst habe ich mich verschrieben. Ihr gehorche ich. Ich lass mich nicht einfach so dahin gehen.“

„Gehorchen tönt nach Strenge.“

Fortsetzung

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