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Chaotische Ordnung wirkt beflügelnd. Denn aus dem Chaotischen erwachsen Ideen, überraschende Vorschläge, deren konsequente Umsetzung zu neuen Resultaten führen. Die Koalition, welche sich mit den Bezeichnungen Staat, gute Sitte, Verhaltensnormen zusammen fassen lässt, hält sich dagegen an jene feste Ordnung, die wenig Spielraum zulässt und sich so wenig wie möglich und so selten wie nur möglich verändert. Sonst sieht sich dieses durchgestaltete Gefüge staatlich festgeschriebener und verankerter Verhaltensregeln, welche ein geographisch eingegrenztes Land in all seinen verschiedenen Eigenheiten und Facetten zur einem politischen Bündnis zusammen bindet, in seiner tragenden Substanz gefährdet und fürchtet, dass es zerfällt. Einmal geordnet ist für immer geordnet, heisst das beständige Losungswort, welche dem schnellen Fortschritt mit viel Kraft entgegen gestemmt wird.

Als gesellschaftlicher Bestandteil hat es die vielgelobte Ordnung ungemein leichter, sich durch zu setzen als die unstete Wissenschaft, die einmal für tolle Erfolge sorgt, ein andermal als peinliche Versagerin dasteht. Die vereinheitlichende Ordnung marschiert auf. Sie orientiert sich an einigen wenigen Modellen und bewahrt auf diese Weise die absolute Übersicht. Demokratie, Partizipation, Teilen, Herrschen.

Einen viel schwierigeren Stand hat die beharrlich vorwärts schreitende Wissenschaft. Das klägliche Scheitern verschont sie nicht. Gerät sie in eine Sackgasse, aus welcher sie, wenn überhaupt, nicht ohne grosse Schwierigkeiten wieder heraus finden, dann sind sich Lehre, Forschung und Wissen, des hämischen Spottes sicher. Wenn es nur der Spott wäre! Wenn aufgrund einer unglücklichen Fügung oder eines scheiternden Anlaufs der Tod den hilfesuchenden Menschen vorzeitig einholt, dann beschert sich die in der Regel bedachtsam wirkende Wissenschaft selber eine weitere Leiche.

Nachdem die Toten endlich, zum Leidwesen aller, die am ihnen hingen, begraben, eingeäschert sind und langsam erstes Gras über das junge Grab wächst, frischer Staub sich auf die noch unversehrte Grabplatte setzt, entfacht sich in der Jagd der weiterhin Lebenden der glühende Hunger von neuem und treibt, was der Toten Grab an Menschen umgab, wiederum hemmungslos zu gnadenlosen Höchstleistungen beim täglichen Wettkampf, Überlebenskampf an. – „Wo man so manchen Kampf verliert.“ – „Wie meinen Sie das?“ – „Sie waren auch an der Beerdigung.“ – „Ja, eine traurige Sache. Sie war bei uns und hat mit uns gesprochen. Sie hat meinem Vorgesetzten mächtig zugesetzt. Sie waren ja mit dabei.“ – „Ja, der Dicke, weltberühmt, er, und sie doch tot.“

Fortsetzung

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