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pp Zivilcourage

 

Der gewichtigen Wissenschaft kommt die ehrenhafte Rolle zu, allen, die jagen, direkt zur Seite zu stehen und gewissenhaft Hilfe zu leisten, wo nötig, sei es heilend, sei es killend. Denn, wenn sie auch immer einen knappen Schritt hinter der schnellen Jagd daher kommt, so gehört sie doch zum stattlichen Tross, den der Menschen benötigt, um sein Leben erfolgreich zu meistern oder auch weniger erfolgreich zu bewältigen. Die geschmeidige, wendige Jagd erscheint ohne den tatkräftigen Beistand der immer bereitwilligen Wissenschaft lediglich als ein verwundetes Tier, das nie heilt, nachdem es geschlagen wurde, und schliesslich nicht mehr aufsteht.

Die nimmermüde, nach zeitweiligen Schwächeanfällen, nach kurzen Pausen als gefrässiges Stehaufmännchen immer wieder aufstehende Jagd entspricht dem verwundeten Tier, das hastig von Erfolg zu Erfolg stolpert, von Beute zu Beute, um sich zu ernähren. Ohne auch nur den kleinsten Erfolg zu erringen, verendet auch der stolzeste Jäger. Für die erfolgreiche Jagd muss enorm viel Kraft aufgewendet werden. Schwächen fördern lediglich den bohrenden Hunger. Die sich schnell aufzehrenden Kräfte greifen einen nach Nahrung verlangenden Körper und dessen schrumpfenden Fettreserven nachhaltig an, besonders wenn dieser Körper verwundet ist, etwa durch eine Lunge, die nicht mehr ordnungsgemäss atmet.

Auf der täglichen Jagd genügt es nicht, die intakte und gut kontrollierte Kraft lediglich auf jenen kurzen Moment zu fokussieren, in welchem der lauernde Jäger sich aufbäumt und auf das überraschte Opfer wirft. Aussichtsreiche Jagd gestaltet sich als eine mühsame Pirsch.

Heiss und eng wird es dem umsichtigen Jäger, wenn eine andere Ordnung als jene der gewohnten Wissenschaft um sich greift, und die vertraute Natur sich in ein unbekanntes Gelände verwandelt.

Die traditionelle Alltagsjagd, die als Bestandteil des zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Miteinanders den Menschen nie zur Ruhe kommen lässt, also nicht jene, die sich über die willige Kunst als ländliche Idylle verklärt, hat nichts von ihrem kräfteraubenden Arbeitsaufband eingebüsst, nachdem die althergebrachte Jagd ihr weites Feld von ihren frühgeschichtlichen Gängen durch dichte Wälder und über endlose Steppen neuzeitlich in überschaubare Dörfer und weniger übersichtliche Städte verlegt hat. Die unersättliche Jagd nährt, macht gleichzeitig aber auch hungrig. Der unerbittliche Hunger treibt den ermatteten Jäger auf die nächste Jagd. Der nagende, bohrende Hunger führt all zu oft zu tollkühner Unvorsicht, so dass der von seinen beissenden Eingeweiden traktierte Jäger zu viel wagt und dann, sobald die fette Beute entwichen ist, mit dem hämischen Nachsehen und mahnenden Hunger allein da steht.

Fortsetzung

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