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Der Mensch hat für sich das Geld erfunden, die Religion, die Philosophie, die Literatur und die Kunst, welche ihm das Leben versüssen sollen. Das Geld dient ihm als musterhaftes Idealmass für ein gesundes Gleichgewicht, das alle Menschen in ein messbar gerechtes System eingliedern soll. Wenn das Soll nicht wäre, wäre das Haben zu haben und die Welt gerecht. Weil das wankelmütige Soll im Leben des Menschen und der von ihm kreierten Gesellschaft seinen Vorrang-Platz wacker verteidigt, befindet sich der Mensch andauernd auf Trab. Denn das angestrebte Gleichgewicht kommt nicht zustande. Die launische Waage senkt sich immer auf die eine, gleiche Seite.

Die Jagd fängt schon von kleinsten Kindesbeinen an. Dort sind die unschuldigen Spiele bereits die alleinigen Ziele allen sehrenden Begehrens; arglose Spiele, zuweilen kostengünstig erstanden in billigsten Ramschspielwarengeschäften, zuweilen teuer abbezahlt, für viel Geld angeschafft aus naiver Kindesliebe, welche als Zeichen einer selbstlosen Hingabe der Älteren für die Jüngsten immer wieder unter Beweis gestellt wird. Mit ebensolcher Freude, mit welcher die Grossen der Kleinsten geldgetragenen Zeitvertreib herbei brachten, legen die wilden Sprösslinge tatkräftig Hand an das fremde Ding an und machen ihm im Handumdrehen den Gar aus.

Über das Portmonee, gut betucht oder auch weniger, erhalten die Spiele einen imaginären Wert, den die Kinder strebsam, zielgerichtet und meist mit grosser Zerstörungswut lustvoll in Frage stellen, indem sie das Spielzeug traktieren, quetschen, beissen, schlagen und so in seiner von der wortsüssen Werbung gepriesenen, heraus gestrichenen Standfestigkeit einer harten Probe unterziehen. Früh übt sich, wer Meister werden will, sagt das Sprichwort. Die betuchte Geldbörse vermag zuweilen dazu zu dienen, dass die unermüdliche, unbändige, urwüchsige Zerstörungskraft des Kindes der vorzüglichen Qualität des geplagten Spielzeugs nicht beizukommen vermag und so ein Gleichgewicht zwischen Wunsch des Kindes und Widerstandskraft der Spielware besteht.

An anderen Orten kommt dieses Gleichgewicht nicht zustande, weil es dort den Kindern schlicht an Geschenken fehlt, sie darum ihre Spielzeuge selber zusammen setzen und diese dann mit Begeisterung über staubige Strassen ziehen, stossen und schleudern, welche kein Reichtum geteert hat. Der Wert der Spielzeuge zeigt sich in der Energie und Freude, welche die selbstgebastelten und selbsterfundenen Fahrräder, Rollhilfen, Puppen, Seifenkisten, Häuser, Ring- und Brettspiele bei den unermüdlich Spielenden freisetzen.

Fortsetzung

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