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Makabere, ungesagte Erkenntnis am Grab, die schwer auf Gemüt und Verstand drückt: Wie unterschiedlich, abwechslungsreich, gekrönt von Erfolg oder stetem Misserfolg die einzelnen Lebenswege sich protokollieren lassen – sie finden an jenem einen Punkt zusammen, der mit aller Deutlichkeit klarstellt, dass kein einziger Weg an genau diesem Punkt vorbei führt.

Alles Bemühen, wie man sich auch anstrengt und anstellt, endet auf den Punkt genau. Alles Leben ist Veränderung, die schliesslich verendet. Unverändert bleibt nur das Ende. Doch vor dem Ende waltet immer die Bewegung, und diese erhält am Leben. Bis zum Ende dominieren unaufhörliche Veränderung und stete Bewegung Tagesablauf, Pulsschlag und Entscheide. Aus diesen niederen Überlegungen schöpft der Mensch Hoffnung, überlegt, stellt Zukunftspläne auf und zieht die ganze Kraft, die ihm zu tun ermöglicht, was er muss, um sein Leben zu bewältigen. Der Mensch richtet sein ganzes Sinnen und Trachten nicht auf sein Ende, sondern auf etwas Neues, das immer wieder Anstoss gibt für etwas Weiteres. Der Tod entspricht dem Weiterleben der Enkel und Enkelinnen, des Menschen im Allgemeinen.

Jene, die das Trauerwerk aus eigener Kraft verlassen, leben weiter und sorgen dafür, dass immer wieder etwas Neues wird, und bewirken, dass dieser Trauerort ein Ort am Rande des Lebens, an dessen Ende bleibt. Bis dahin muss gelebt werden, wird gelebt. Es ist ein Muss, es ist kein Zwang. Es ist kein Stillstand. Das Leben ist Beschleunigung. Es läuft wieder an wie ein Motor, der nach seinem Ersterben neu angeworfen wird, getrieben vom Herzen als organischem Schrittmacher, dem der umsichtige Verstand beisteht. Ein wacher Verstand geht am Stillstand kaputt. Und auf einmal steht man wieder mitten drin, im Leben, getrieben von sich selber und den Anderen.

Das Leben folgt den strengen Regeln der Jagd, die jeden Morgen neu beginnt, eine beharrliche Jagd nach erfreulichen Gefühlen und bekömmlichen Substanzen, welche das Leben ertragbar gestalten.

Fortsetzung

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