sch-ach-ow-Arish

ow Arish

 

Also, irgendwie wirkt dieses Husten doch störend. Die Leute schauen mich an. Soll ich mich auslöschen? Soll ich mich in die Altstadt begeben und mich dort vom Turm einer Kirche werfen? Ein Einsatzwagen der Feuerwehr versperrt die Strasse. Auf dieser wird der Verkehr zusätzlich von einigen Polizeifahrzeugen aufgehalten. Neben den Streifenwagen stehen Uniformierte und blicken zu Boden. Und dort liege ich oder wenigstens das, was von mir nach dem Fall übrig bleibt. Es gibt Momente im Leben, da hilft nur noch absolute Sachlichkeit. Keine Trauer. Nur ein Besen und eine Schaufel. Neben dem Lastwagen der Feuerwehr erhebt sich ein Turm. Auf dem Pflaster, zu Füssen des Turms liegt ein Mensch. Ein Autofahrer, der anhält, legt vorerst einmal eine rote Decke über diesen. Niemand soll mich sehen. Ich existiere nicht mehr. Von diesem Turm kann man sich hinab stürzen. Wer? Ich sollt es tun. Soll ich mich in die Altstadt begeben? Dort wird mich niemand mit einem Blick ansehen, von dem ich nicht weiss, was er bedeuten soll. Dort sind die alten Türme sehr hoch. In den Altstädten stehen die Kathedralen. Ihre Türme strecken sich weit in den Himmel hinauf. Und sie sind so schweigsam. Gott zur Ehre. Sie schauen in die Stadt und sehen vieles. Doch sie verraten nichts, nichts darüber, was sie sehen. Soll ich dorthin gehen? Soll ich auf eine solche Kathedrale hinauf steigen? Ihr seid jetzt alle so schweigsam. Je höher der Turm, desto gewaltiger der Fall und der Aufprall und desto sicherer der Tod. Niemand wird denken, dass die Person, die oben an der Balustrade an der Absprungstelle steht, in den Tod will. Soll ich auf diese Weise verschwinden, von der Strasse abgespritzt, das, was von mir bleibt, durch einen Schlauch, den Feuerwehrmänner halten? Ausgesetzt dem starken Strahl, der sonst das Feuer reinigt, diesmal aber auf das Pflaster gerichtet ist und dieses von feuerrotem Blut und den grauen Resten des Hirns befreit. Asche hinterlässt die Feuerwehr nach ihrem Weggang, in meinem Fall aber eine saubere Strasse, über welche der Verkehr wieder frei rollen kann – und keine Spur eines verblichenen Menschen versaut das Profil der Pneus der Autos. Sauberer Teer, das ist ein ausgezeichnetes Stichwort. Auf der Terrasse hatten die Schatten der Wolken an Dichte zugenommen. Sauberer Teer, das Gebläse der Natur, der stärkere Wind, die grüne Lunge blies in zunehmendem Masse ihre Gesundheit aus den Wäldern über die Weide hin zur Grünen Lunge. Der Frischluftzufuhr widerstand jedoch der Husten. Gesunder Teer, der sommers warm in die Nase steigt und die Städte in Feueröfen verwandelt und in der Lunge brennt, zuweilen, wenn er sich auch dort niedergelassen hat, nachdem er den Weg durch die Luftröhre in das Atmungsorgan gefunden hat; das Rauchen befreit vom Tod. solange man raucht, ist man nicht tot. Soll ich den Weg dorthin beschleunigen? Dem Löschfahrzeug der Feuerwehr eine Ausfahrt, einen Ausflug ermöglichen, damit die Männer meine Reste vom Pflaster in den Abfluss am Strassenrand spülen und als letzter Ton die Erinnerung an mich in den gurgelnden Gully kullert und …

Fortsetzung

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