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Die beiden Herren am Tisch machten, wie sie sich einander versicherten, kein bekanntes Gesicht, Personen vom Personal ausgenommen, aus. Diese Feststellung nahm der eine Gast der Zweierrunde für die Frage zu Anlass: „Was gibt es ausser den Radikalen Neues in der Forschung? Wo sind Sie dran, Herr Schuster, wo ist Ihr Forschungsschwerpunkt. Ihr Steckenpferd, meinetwegen. Wenn ich schon meine kostbare Zeit für mich selber aufwende, dann kann ich sie auch dafür verwenden, Ihnen zuzuhören.“

„Diese Aufmerksamkeit kommt sehr überraschend.

„Mit irgendetwas werden Sie sich neben den Radikalen doch abgeben.“

„Wein.“

„Oh, das klingt verlockend. Führen Sie Ihren Gedanken doch bitte weiter aus. Wir sitzen fast auf dem Trockenen. Nachschub ist bestellt, aber noch nicht geliefert. Bis er selber da ist, wird uns die Diskussion über diesen Stoff die Zeit verkürzen. Also, was ist mit dem Wein, ausser dass man ihn trinken kann?

„Die DNA.“

„Nicht der Geschmack?“

„Nein, der Weinstein. In alten Schläuchen liegen die Geheimnisse guter Weine verborgen. Dort nehme ich mir den Weinstein vor und gehe dessen DNA nach. Je edler der Wein, der den Weinstein zurück lässt, desto wertvoller die Informationen, die aus diesem Zucker gezogen werden können. Wenn ich diese Informationen richtig zusammenfüge und den neuen genetischen Code dann einer Traube einfüge, dann folgere ich, dass aus deren Kern ein sehr guter, wenn nicht besserer Wein entstehen wird, als jene Weine, die das Material für den neuen Code lieferten. Das Beste aus dem Besten extrahiert und in das Beste eingefügt, kann nur zu noch Besserem führen.“

„Eklatant. Das muss ich schon sagen. Warum nur ist niemand vor Ihnen auf diese wundervolle Idee gekommen? Sie überraschen. Sie überraschen, Herr Schuster. Ich werde eine Lohnerhöhung beantragen. Sie lernen gut. Schon Einstein hat gesagt, wenn man die Lichtgeschwindigkeit zur Lichtgeschwindigkeit addiert, dann gibt es doppelte Lichtgeschwindigkeit. Ja, Herr Schuster, Sie werden sehr weit kommen. Sie sind unschlagbar. Sie werden unser Institut sehr weit bringen. Gemeinsam mit Ihnen kann die Zukunft wirklich nur aufgebaut werden. Zu einem Rückschritt kann es nicht kommen. Das ist unmöglich. Wenn der Wein Ohren hätte: Nicht einmal er würde sauer, wenn er Ihnen zuhören würde. Ihre DNA-Forschung könnte direkt eine ausgezeichnete Stütze auch für unseren Pizzaiolo sein. Mit Ihrer Hilfe wird er gewiss wunderbare Schöpfungen aus seinem Ofen hervor zaubern und auf unsere Teller bringen.“

„Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Die Forschung im Bereich der Mikrobiologie öffnet immer weitere Möglichkeiten. Man muss nur die Fragen wagen und sich dafür einsetzen, dass die Antworten gefunden werden.“

„Ein kluges Vorgehen. Neben dem Wein und der Veredlung der Pizza sind Sie vermutlich auf noch mehr interessantes Material gestossen, das zum Gedeihen unseres Forschungszweiges beitragen wird.“

Fortsetzung

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