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„Melatonin“, kam es wie aus einer Pistole geschossen.

„Die Werbung“, entgegnete gelassen Wilhelm Schnepfensskorn, „tut ein weiteres Mal ihre Wirkung. Mit allem lässt sich Geld verdienen, auch mit dem Schlafhormon. Vitaminpräparate, Ruhe, Erholung, frisches Gemüse, all diese Mittel zur Bekämpfung dieser hungrigen Dinger, die sich in unverschämter Radikalität in Atomen, Molekülen und Ionen verbergen, können das Rosten des Körpers nicht aufhalten.“

„Oxidation des Körpers“, ergänzte Kurt Schuster.

„So ist es. Der oxidative Stress, dem der Körper sein Leben lang ausgesetzt ist, setzt ihm gehörig zu und zwar so gehörig, dass er am Schluss abstirbt, verrostet, wie ein Stück Eisen. Fast möchte man sagen, die Liebe ist das ideale Mittel gegen diesen Rost, das, was aus den Hoden und den Eierstöcken kommt, das Testosteron und das Östrogen. Herr Schuster, das sind Stoffe, mit denen Sie sich befassen müssen. Das wird Ihnen die Flausen austreiben. Ich rate Ihnen: Befassen Sie sich mit der Liebe und ihrer Auswirkung auf unsere freien Radikalen! Auch wenn Sie nichts finden, besteht dann wenigstens die Chance, dass Ihnen die Politik aus dem Kopf getrieben wird. Aber, das sage ich Ihnen: Lassen Sie bei Ihren Forschungen die Finger weg vom Adrenalin. Dieses führt nur zu mehr Stress. Der Rat kommt mir aus tiefstem Herzen.“

„Wir dürfen nicht über Politik streiten, wenn wir vorwärts kommen wollen. Wir müssen uns auf das Molekül und seine Bestandteile konzentrieren.“

„Das Ganze ist viel einfacher, als Sie denken. Machen Sie sich nur nicht im Übermass Gedanken. Das fördert nur die Radikalen. Es ist eine Sache der Lektüre. Man muss im Körper lesen. Die freien Radikalen erkennt man an den Schäden, die sie anrichten, etwa an der DNA. Wenn die verschossenen Elektronen, mit welchen die freien Radikalen die Moleküle angreifen, oder herausgerissenen Elektronen, die sie aus den Molekülen herausholen, die Chromosomen, die Träger der Erbinformation, durcheinanderbringen, dann ist die Pizza auf einmal ganz gehörig gesalzen, zu viel, sage ich, und damit, versalzen, ungeniessbar.“

„In dem Fall kann nicht von einer Pseudoallergie gesprochen werden, wenn man mit einem Würgen auf das Stück reagiert, das man gegessen hat. Das führt quasi zu einer Proliferation ölfaktorisch negativer Essenzen in Mundbereich und Gaumen.“

„Nun, irgendetwas wird das schon geheissen haben, was Sie eben von sich gaben. Sie sind wenigstens nicht über Ihre eigenen Worte gestolpert. Ich sehe, es geht mit Ihnen vorwärts, heute Abend. Das wird am Wein liegen. Ich schenke Ihnen noch eine Glas ein. Das wird Sie heilen.“

„Das ist präzise Wissenschaftssprache.“

Fortsetzung

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