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Wilhelm Schnepfensskorn ergriff das Glas, nippte daran, trank und meinte dann zum Gegenüber: „Na, sehen Sie, Herr Schuster, die beste Abwehr gegen die bösen Haifische, die uns die Elektronen wegfressen, ist immer noch der Wein. Der Mensch braucht Vitaminen, damit die Körperzellen diese Bestien, diese molekularen Gebilde in Ritterrüstung, abwehren können. Und auch eine Nase, die über das notwendige Sensorium verfügt, um den Wein auch vom Geschmack her würdig zu kredenzen und nicht nur als ein in Alkohol verwandelter Traubensaft zu geniessen. Der Wein verfügt über viele Vitaminen. Der Mensch braucht diese dringend. Denn er ist immunologisch gesehen ein Schlachtfeld, die Moleküle sind die Opfer, die Radikalen richten das Massaker an. Die Moleküle bemühen sich, das Gebilde zusammenzuhalten, andere wollen es sprengen. Ein Hoch auf die Wissenschaft, welche diesem Gemetzel beikommen will. Der Wein ist bei alledem noch das kleinste Übel. Das lassen Sie sich schon mal gesagt sein. Krankheit, Sonnenbaden, Umwelt, ihre Gifte, alles, von dem man zu viel erhält, ist ein Geburtsfeld für die freien Radikalen. Die Biologie, die überhaupt macht, dass wir sein können, will nun mal, dass die Moleküle sich austauschen und den freien Radikalen dabei der Elektronentransport zukommt.“

„Herr Schnepfensskorn, Sie haben in Ihren Überlegungen wieder einmal das Essen ausgeklammert. Wenn man sich falsch ernährt oder zu viel isst, führt auch dies zu einer Massenbildung von freien Radikalen und damit zu einer vorzeitigen Schädigung des eigenen Körpers.“

„Herr Schuster, Sie sehen das zu eng. Erst wollen Sie mich ins Alkoholbrachland verdammen und jetzt folgt auch noch die Essenswüste. Aber wenigstens vor einem bin ich gefeit. Dorthin können Sie mich nicht hindrücken. Sportplätze sind unbedingt zu vermeiden. Wie Sie aufgrund der allgemeinen Forschungsarbeit wissen, ist Sport machen gesund. Der Sport belastet den Körper erheblich und führt darum zu einer Mehrproduktion von freien Radikalen, die über das Blut durch den Körper jagen auf der Suche nach Elektronen, die sie den durch den Sport gestärkten Molekülen entreissen können. Zudem würden meine Knie aufgrund des erheblichen Gewichtes, das sie zu tragen haben, wenn ich Sport machen würde, einknicken und zusammensacken. Darum Hände und Füsse weg von dem Ding. Aber Sie sind ja so leichtgläubig, Herr Schuster. Ich rate Ihnen aufgrund der Zucker- und Wattendoktoren, mir das Trinken von Grüntee anzuraten. Diese Wunderdoktoren preisen den grünen Tee als valable Gegenmassnahme zum Zerfall der molekularen Gebilde in unserem Leib an. Ein Wirkstoff, den das Gebräu enthält, soll der erklärte Feind der ungehobelten Elektronenfresser sein. Also darum: Statt Wein unfermentierten Tee! Werden Sie mir das raten?“

„Das ist nicht der Fall. Ich halte nur fest: Sie treiben keinen Sport.“

„Und Kaffee übt auf den Körper auch Reize aus, die den Stoffwechsel fördern. Herr Schuster, zur guten Letzt: Was soll ich trinken? Wasser, bekanntlich, fördert das Rosten. Als Lösung bleibt nur noch der Schlaf. Wenn der Mensch nur noch schläft, dann rostet er nicht von Innen heraus.“

Fortsetzung

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