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nw Todesstrafe

Der Gehilfe schaute verwundert und meinte dann: „Alkohol führt dazu, dass der Körper molekular rostet.“

Wilhelm Schnepfensskorn brauste schier auf.

„Den Wein wollen Sie mir auch noch verbieten. Sie sind mir ein rechter Politiker, Herr Schuster. Sie haben, indem Sie bei uns arbeiten, die falsche Laufbahn eingeschlagen.“

„Wein führt im Körper zu Stress. Der Körper muss molekular auf diesen Eindringling reagieren. Das hat nichts mit Politik zu tun, aber mit Stoffwechsel.“

„Herr Schuster, merken Sie sich ein für allemal: Ein Körper, der nicht isst, kann nicht Stoff wechseln.“

„Alkohol schädigt den Körper“, beharrte Kurt Schuster auf seine vorherige Aussage.

„“Wein ist ein Nahrungsmittel. Sie erzählen Quatsch, Herr Schuster. Den Wein lass ich mir nicht verbieten.“

„Zuviel ist schädlich“, relativierte Kurt Schuster seine Aussage von früher. „Wenn man weniger zu sich nimmt, bedeutet dies einen geringeren oxidierenden Stress für den Körper, dass heisst, er rostet weniger. Eine Regeneration ist zu einem gewissen Teil vielleicht sogar möglich.“

„Wenn Sie mit Ihren Überlegung so weiter fahren, werden Sie mir noch vorschlagen, überhaupt nichts mehr zu essen, damit ich gesunde lebe. Wer nicht isst, verhungert. Dieser Erkenntnis müssen wir uns in unserem Leben fügen, sonst verhungern wir. Ich empfehle Ihnen dringend eine Regenerierung ihres Argumentariums.“

„Alkohol beansprucht den Körper mehr als andere Nahrungsmittel und zudem in ganz besonderem Masse. Der Elektronenaustausch in den Zellen wird erheblich erhöht. Der Ausstoss an freien Radikalen, die sich ein Elektron bei einem Molekül erjagen wollen, wird erhöht. Und je mehr es den Radikalen gelingt, den unfreien Molekülen ein Elektron abzunehmen, desto grösser ist der Schaden im Körper.“

„Erzählen Sie mir, was Sie wollen, Herr Schuster. Der Wein ist bestellt. Er hat mehr Gehalt als all diese radikalen Theorien, für welche Sie einstehen. Und das nicht nur heute abend. Man darf sich weder durch die Politik, noch durch die Wissenschaft den Wein verderben lassen. Das wäre ungesund.“

In Wilhelm Schnepfensskorns Körper gelangte Bewegung. Der Mann bemühte sich, den Kellner herbei zu winken. Dieser folgte sehr bald dem Drängen und brachte eben so schnell den georderten Wein, schenkte ein, nur so viel, dass die Flüssigkeit den Boden des Glases bedeckte. Wilhelm Schnepfensskorn konnte den Wein schmecken und zeigte sich zufrieden. Der Kellner schenkte den beiden Gästen nach.

Fortsetzung

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