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„Dennoch muss man der Realität ins Gesicht schauen. Wenn zwei Menschen sich zu nahe treten, sich ihre Gesichter nähern und dann noch weiter näher, dann tauschen sich eben gerade über diesen intimen Kontakt die Radikalen aus und beginnen ihr zerstörerisches Werk im anderen Leib. Da nützt es auch nichts, wenn man mit nichtssagenden Floskeln wie der Liebe diesem zerstörerischen Werk Einhalt zu gebieten sucht. Was sage ich da von gebieten! Da lässt sich nichts gebieten. Mit solcher Poesie wie der Liebe wird beschönigt, was sich wirklich zwischen zwei Menschen abspielt. Der Wissenschafter dagegen sieht klar. Mit viel Rhetorik wird das Gute und Schöne hierhin und dorthin gepredigt, von Poeten gesagt wie wunderschön und verführerisch das Haar der Schönen sich im Rhythmus des Windes der Worte bewegt und allenthalben Treue geschworen. Der Mensch rechnet jedoch nicht mit der Macht der Radikalen. Die schlagen zu. Unerbittlich. Gegen solche Angriffe mobilisiert der Körper unzählige freie Radikale. Das verstehen die meisten Menschen noch nicht. Der Mensch will Freiheit. Die Lehre von den freien Radikalen hat sich noch nicht gesellschaftsdurchdringend durchgesetzt.“

„Das mit den Frauen sehen Sie zu negativ.“

„Eine Frau unter Liebeseinfluss ist wie ein äusserer Angriff auf das Immunsystem. Das Immunsystem bildet unser Forschungsfeld. An dem Ort tummeln wir uns, in unserem Labor. Ihm gehen wir auf den Grund. Das Immunsystem sollen wir stärken. Das ist unser Auftrag. Dafür werden wir bezahlt.“

„Der Angriff auf die Frauen ist nicht gerechtfertigt. Auch nicht mit dem Hinweis auf das Immunsystem. Auch der Mann tauscht sich aus, wenn er andere Lippen berührt. Die molekulare und sexuelle Verbindung von Mann und Frau stärkt das Immunsystem. Das ist kein Geheimnis“, versetzte Kurt Schuster.

„Da geb ich ihnen recht. Diese Vereinigungen haben auch dazu geführt, dass der Mensch sich entwickeln konnte zu jener physischen Erscheinung, die wir heute kennen, nämlich uns selber. Beim Menschen ist eine Entwicklung auszumachen. Bei Ihren politischen Systemen gibt es lediglich eine Selbstregulierung, aber keine Entwicklung, so dass diese immer wieder auf sich selber zurückfallen und so sich selbst genügen. Das Immunsystem, das unser Überleben sichert, muss sich dagegen ständig weiter entwickeln.“

„Elavuation, nennt sich das. Ganz richtig.“

„Wir, Herr Schuster, haben es mit Antikörpern zu tun. Evolution kommt ohne diese nicht aus. Politiker kennen dieses Wort nicht einmal, obwohl sie sich fortwährend wie Allergiker benehmen zu allem, was man sagt. Sich meinetwegen evaluieren. Ihre Worte sind das reinste Gekratze, mit welchem sie Kritik, Vernunft und aufbauende Vorschläge von sich fernhalten. Die Armen sind mit ihrem Abwehrkampf im Dauerstress, und das fördert das Adrenalin und damit die freien Radikalen und über diese auch unsere Arbeit. Die Ärmsten kriegen graue Haare davon, und schon sind wir mitten in unser Forschungsarbeit.“

„Die freien Radikalen machen, dass wir altern.“

„Sagt man.“

„Dass jeder Mensch älter wird, je länger er lebt.“

„Wie wir alle.“

Fortsetzung

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