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Wilhelm Schnepfensskorn sass schliesslich bequem im weiten Fonds des Wagens. Der Bauch füllte den Stauraum über den Beinen gut aus. Die Hüften lagerten bequem auf der Sitzbank. Wilhelm Schnepfensskorn wirkte zwar putzmunter. Auf der Stirn krausten sich jedoch ein paar böse Falten. Der Gehilfe enthielt sich irgendwelcher Bemerkungen und setzte sich vorne auf den Beifahrersitz.

Nun machte sich der Fahrzeuglenker daran, die Türe des Gefährts zuzuschieben. Er musste ein Bein des Fahrgasts weiter ins Wageninnere rücken. Auch die Türe hatte bald ihren Platz eingenommen. Der Fahrer setzte sich hinter das Steuer und legte die Kupplung ein. Die Menge der Gaffer löste sich auf.

Das Gefährt setzte sich mit leichter Schräglage in Bewegung. Der gewichtige Fahrgast ruhte nicht in der Mitte der Sitzbank. Des Fahrzeugs Heck lag tief. Beobachter befürchteten, dieses werde bei der geringsten Bodenschwelle auf dem Strassenbelag aufschlagen und dabei Funken schlagen. Ein kratzendes Geräusch auf dem Strassenpflaster wurde jedoch nicht wahrgenommen, was vermutlich auf die gut gearbeitete Federung des Fahrzeugs zurück geführt werden konnte.

Dem schweren Motor im Bug des Fahrzeugs gelang es nicht, den Wagenkasten in einem horizontalen Gleichgewicht zu halten. Der Kühler wies einen bedeutenden Abstand zum Boden auf, der Schalldämpfer der Auspuffanlage streifte diesen schier. Die Fahr ging ohne grosse Schwierigkeiten und, wie gewünscht worden war, mit einigen Umwegen vonstatten.

In Sichtweite des Lokals hielt der Fahrer an, stieg aus dem Wagen und öffnete auf der Trottoirseite Wilhelm Schnepfensskorn die Tür. Man sei am Ziel angekommen, verkündete der Chauffeur in frischem Ton. Wilhelm Schnepfensskorns Antlitz verfinsterte sich: So war es nicht abgemacht!

Der Fahrer lächelte freundlich und aufmunternd. Er signalisierte mit keiner Wimper, dass er näher an das Lokal heran fahren werde.

Kurt Schuster beging den groben Fehler, auszusteigen. Er wurde deswegen von seinem Vorgesetzten aufs Übelste beschimpft; dass er sich so was bieten lasse, den Fahrer müsse man an den Ohren nehmen wie auch den unfähigen Kurt Schuster. Diese beiden passten gut zusammen und verdienten eine beachtliche Tracht kräftiger Prügel.

Kurt Schuster schaute verdutzt. Der Fahrer brach seine Aktion nicht ab. Das Fahrzeug, auf der einen Seite auf den Gehsteig hinauf gefahren, hing in beträchtlicher Schräglage in die Strasse hinaus. Es hätte wohl nur eines leichten Schlags von der Seite auf die Karosserie bedurfte, und das Fahrzeug wäre mitsamt der Ladung gekippt, welche arg in die Federn drückte.

Fortsetzung

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