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mv Entscheid

Kurt Schuster hörte sich die Worte seines Vorgesetzten an. Kurt Schuster schien zu spüren, dass dessen Gemüt nicht im Lot lag und dass das eben Erlebte diesen stark beschäftigte. Aus dem Grund sah sich der Gehilfe zu folgender Bemerkung veranlasst: „Der gute Mond steht, wenn er abnimmt, oft so schräg am Himmel, dass er zum Erbarmen ist und ich eine Stütze hinstellen möchte, damit er nicht ganz umfällt.“

Wilhelm Schnepfensskorn fuhr auf und seinen Gehilfen an: „Herr Schuster, Sie haben sich völlig daneben benommen, gegenüber der Dame. Diese Frau leidet, und Ihnen fällt nichts anderes ein, als mit diesem Herrn Schnaptepürä, der genauso übergeschnappt ist wie Sie, Dämlichkeiten auszutauschen, nämlich die Wolken vom Himmel herab zu reden. Mir stehen jetzt noch die Haare zu Berge.“

Von Kurt Schuster kam es zurück: „Sie sagen es selber, Herr Schnepfensskorn, die Frau wirke lähmend auf Sie. Darum habe ich mich Herrn Schnaptepürä zugewandt. Das Gespräch mit ihm war sehr erfrischend. Ich möchte es nicht missen, auch nicht im Nachhinein.“

„Herr Schuster, Ihnen ist nicht zu helfen. Ich weiss wirklich nicht, wie ich es anstellen soll, dass aus Ihnen etwas Vernünftiges wird.“

„Ich gebe mir Mühe.“

„Das weiss ich. Nur weiss ich nicht, wie ich in diesem Haus der Tollheit überleben soll. Ein gewisses Mass an Tollheit mag hingegen. Aber wenn der Grenzwert immer wieder überschritten wird, schlägt das auf den Magen.“

„Magen?“ Kurt Schuster nahm das Wort auf und schaute seinen Vorgesetzten aufmerksam an.

„Was ist jetzt zu tun?“, fragte dieser.

Kurt Schuster unterbrach seinen Vorgesetzten nicht in den Überlegungen, die dieser anstellte.

„Ich glaube, Herr Schuster, wir haben beide eine Pause nötig. Die Begegnung hat mich stark mitgenommen. Man muss sich zuweilen etwas anessen, um weiter bestehen zu können. Man darf sich aber nicht entmutigen lassen. Die Forschung muss sich Zeit lassen, Zeit haben. Man darf nichts übereilen. Sonst werden die Resultate verfälscht. Herr Schuster, wir wollen die Zeit nutzen und eine Pizza essen gehen. Mir ist ganz danach. Sie kommen mit.“

Der Beorderte antwortete prompt: „Müssten Sie aber, müssten Sie aber -„. Der Sprechende geriet kurz ins Stottern, als er weiter sagte: „Pizzas sind unbekömmlich und in der Regel versalzen, so dass man zum Trinken animiert wird. Pizzas machen fett.“

„Was wollen Sie eigentlich, Herr Schuster?“, fragte der Dicke gereizt. „Wollen Sie, dass ich ungefettet zur Arbeit schreite und die Gelenke knirschen, so dass ich mit der Zeit arbeitsunfähig werde und Sie dann meinen Posten übernehmen können?“

„Beileibe nicht! So beleibt bin ich nicht, eh, wollte sagen: beliebt. Wo denken Sie hin, Herr Schnepfensskorn. Ich könnte niemals das leisten, was Sie tun.“

Fortsetzung

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