sch-ach-mu

mu Gabelung

Einige Worte wurden ausgetauscht, die Wolken fahren gelassen. Nichts Konkretes wurde ausgewechselt. Die beiden Institutsmitglieder geleiteten die Gäste zur Tür.

Die beiden Herren verbrachten nach dem Weggang der Besucher einige längere Momente schweigend miteinander, jeder sich mit dem beschäftigend, das er für notwendig hielt. Der erste, der das Stillschweigen nicht mehr aushielt, nannte sich Kurt Schuster. Er meinte, und dies eigentlich an Wilhelm Schnepfensskorn gerichtet: „Das Gespräch mit Herrn Schnaptepürä, war höchst anregend. Die Frau dagegen war in ihrem Gesprächsstoff etwas eingeengt.“

Wilhelm Schnepfensskorn, als hätte er gehört, dass seine Hilfskraft etwas sagte, aber nicht auf den Inhalt geachtet, meinte, ebenfalls nicht an sein Gegenüber gewandt, sondern quasi nur als Reaktion auf einen Ton, der durch den Raum geschwebt haben könnte, kurz angebunden: „Es ist schlimm, dass man immer wieder mit solchen Schicksalen konfrontiert wird.“

Und nach einigem Überlegen fügte Wilhelm Schnepfensskorn an, wie zu sich selbst gesagt: „So etwas nimmt mir jeweils etwas den Mut, etwas zu unternehmen, damit es besser wird auf dieser Welt. Immer diese Ungeduld. Als könnte ich mir nichts, dir nichts etwas bewegen. Heilen, dort, wo es den Menschen weh tut. Ich bin kein Apotheker. Ich liefere lediglich den Stoff für das, was schliesslich in den Apotheken landet. Aber nicht nur ich liefere diesen Stoff. Wir sind viele. Man muss uns nur Zeit lassen. Der Mensch, der krank ist, hat es immer so eilig, wenn es darum geht, dass es wieder gesund wird. Unsereins muss lange darauf warten, bis sich Erfolge einstellen. Das ist der Lauf der Forschung. Diese eilt nicht. Sie lässt sich Zeit. Den Experimenten muss man Zeit lassen. Die Zellteilung braucht ihre Zeit. Ich darf nicht dazwischen fahren, wenn sich die Materie unter meiner Beobachtung bewegt. Ich kann nicht mit dem Skalpell dahinter und irgendetwas beschleunigen. Das wäre keine Forschung. Wo käme ich hin, wenn ich der Forschung den Turbo auferlegte, nur um Zeit zu gewinnen. Ich müsste umso mehr Zeit aufbringen, um das zu korrigieren, was der Turbo angerichtet hat. Wenn die Menschen das nur verstehen würden.“

Fortsetzung

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