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mn Rache

„Ganz richtig, den Gang der Wolken muss man sich ansehen, studieren, und dann versteht man vieles.“

„Herr Schuster, Sie blamieren sich und uns!“

„Die Wolken sind wie Ribosome. Das wissen Sie selber am besten, Herr Schnepfensskorn. Den einen bringen die Wolken Überschwemmungen und damit Tod und Verderben, den anderen Glück und Sonnenschein, sobald sie sich nach einem wohltuenden Regen verzogen haben.“

„Herr Schuster! Wie können Sie nur die Ribosome und gleich noch Sonnenschein, Tod und Verderben zusammen führen. Das können nur die Wolken, die durch Ihr Hirn ziehen. Finden wir wieder auf den Boden der Wirklichkeit zurück, Herr Schuster! Wir sind hier nicht in der Politik. Das habe ich Ihnen schon mehrmals unter die Nase gerieben. Aber die ist anscheinend völlig verstopft und hat alle Leitungen, die zu Ihrem Hirn führen, gekappt. Also halten Sie wenigstens die Klappe!“

„Der Wolkenzusammenhang von Mensch und Wissenschaft kann niemand leugnen. Alles spielt zusammen, ob es nun zusammen geht oder auseinander“, dozierte jedoch der Gehilfe munter weiter, vermutlich deswegen; weil er in Gründer Schnaptepürä einen interessierten Zuhörer entdeckt zu haben glaubte. „Die Wolken sind nun mal da. Die Wolken sind Bestandteil unseres Lebens. Wegdenken lassen sie sich nicht. Sonst hat man auf einmal einen klaren Himmel, immer eine klare Sicht, oben, auf das Firmament, unten, unter dem Glas. Wie soll man da eine Klarheit entdecken, wo keine Flecken sind und keine Wunden? Das zu fragen ist Anstandssache, wenn man helfen will. Denn, wie soll Forschung eine Wissenschaft sein, wenn sie keine Flecken sieht? Beispielsweise in der Lunge. In den Wolken und mit den Wolken ist mehr Zusammenhang mit dem, was wir unter dem Mikroskop sehen, als jene wahrhaben, die mit Wissenschaft nichts am Hut haben.“

„Ihr Himmelsdurcheinander schreit zum Himmel und um Erbarmen auf dieser Erde! Sie haben den Verstand verloren, Herr Schuster.“

„Nur weil ich mich an den Wolken orientiere?“

„Widersprechen Sie mir nicht!“

„Was tu ich da? Widersprechen? Nein, ich argumentiere und suche nach Agrumenten, Agramenten, die uns weiter bringen und dieser Frau helfen.“

„Uns? Nein! Das ist nicht der Fall.“

„Doch.“

„Sich mit mir streiten! Und das auch noch vor diesen Leuten! Was fällt Ihnen ein!“

„Das ist kein Streit. Das ist ein wissenschaftlicher Diskurs – Diskussion“, korrigierte sich Kurt Schuster nach einer kurzen Pause selber. „Das macht einen guten Eindruck auf diese Leute.“

„Wie reden Sie von unseren Gästen? Leute! Wie kommen Sie in diesem Zusammenhang auf diese, ich würde sagen, abwertende Bezeichnung für unsere Gäste?“

„Von Ihnen.“

„Herr Schuster!“ Wilhelm Schnepfensskorn machte Anstalt, nach seinem Gehilfen zu greifen. „Sie haben das grosse Glück, dass ich so dick bin. Sonst würde ich Sie erwischen und Ihnen den Hintern versohlen.“

Diesen ganzen Schlagabtausch begleiteten einige kleine Huster von Seiten der Frau. Ihr Begleiter verdrehte bei jedem neuen Einwand des Institutleiters die Augen. Er hielt dabei wacker die Hand seiner Begleiterin und betrachtete weiter, was da vor sich ging.

Fortsetzung

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