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Die Bilder sind höchst interpretationsbedürftig. Jene in den Träumen, jene, die das Rastermikroskop produziert. Kleinste Stücke von einer unvorstellbaren Dimension. Auf einer Nadelspitze finden ganze Kohorten von ihnen Platz. Eine Nadelspitze offeriert der Forschung bereits schon viel Boden, der beackert wird, um Informationen für den Menschen urbar zu machen.

Die Rastermikroskope schlüsseln die Welt in Schwarz und Weiss auf. Die Farbe der Atome kennt man nicht. Sie entzieht sich dem Spektrum, welches das menschliche Auge abdeckt. Der Mensch koloriert, was er für sich aufdeckt, um die Übersicht über das zu bewahren, was sich im Verborgenen, dort, wo nur Mikroskope hinein dringen, abspielt. Die aus diesem Unbekannten heraus gelösten Bilder bauen auf der Transparenz von Licht und Schatten auf, wie sie eine unbeleuchtete Höhle bietet, in welche kaum ein Licht dringt und darum in der schleichenden Dunkelheit mehr geahnt als gedacht werden muss, wie ihre Projektion in die Welt des Sichtbaren aussieht.

Was das Rastermikroskop aufdeckt, entpuppt sich als Schatten auf Wänden; Flächen, Erhöhungen, Striche und Punkte, welche der Wandelnde mit Ellenbogen und Fingern ertastet, während er der Höhlenwand entlang schleicht. Wo beginnt der Raum, wo endet er? Die Nadelspitze tastet sich vor. Was über das Mikroskop sichtbar wird, offenbart eine ungeheure Vielfalt, obwohl es hunderttausend Mal Platz in einer Hand Platz hätte und diese dann auch bei weitem nicht füllte.

Was unter dem Mikroskop sichtbar wird, steht lediglich für eine mickrige Handvoll einer ganzen Welt. Diese wird in mühvollster Kleinstarbeit zeitraubend und akribisch dokumentiert erschlossen. Handvoll für Handvoll, wie einen Sandstrand, den man versetzen will und der am Horizont mit dem Meer zerfliesst, wie einen Berg, den man abtragen will, um zu verstehen, woraus er besteht.

Es ist, als würde man mit einem langen Rohr von kleinstem Durchmesser nachts den Himmel abtasten auf der Suche nach dem Mond, ohne überhaupt zu wissen, ob dieser bereits aufgegangen ist.

Das Mikroskop sucht die Platte ab, ohne deren Grenzen zu kennen.

Jede Handvoll führt zu neuen Erkenntnissen. Das Mikroskop schiebt sich vor. Das Kleinste leistet der Forschung Vorschub, setzt das Forschungsgetriebe in Gang. Was mit technischen und elektronischen Hilfsmitteln aufgedeckt wird, muss nun gedacht werden.

Ein riesengrosses Instrument hat der Mensch geschaffen, an dem Tausende mitwirken, das aber doch nur den Einblick nicht grösser als durch ein Schlüsselloch in eine noch tiefere Welt als der bekannten erlaubt. Der Ring, mystisches Gerät, steht nicht in Stonehange, wo sich gigantische Felsbrocken zu einem Rund formen, sondern liegt tief vergraben in der Erde von Genf. Eine ganze Stadt fasst dieser Kreis, wollte man eine solche in diesen hinein setzen. Der Ring wurde gebaut, um mit gigantischen Magneten als Mikroskop den Elementarteilchen auf die Schliche zu kommen.

Fortsetzung

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