sch-ach-lm

lm Vertrautheit

Du fährst etwas zu weit. Du fährst etwas zu schnell. Du musst dich schon entschliessen: Schachbrettkampf oder Archivwandstapelbar? Ist es nun Kampf oder Ordnung?

„Die erste Runde hast du jedenfalls für dich entschieden. Es gibt so viele Zitate. Du greifst einfach in diesen Stapel hinein und wirfst Zitate um dich, als wären diese Späne, die beim Holz hacken aus einem Baumstamm abfallen. Woher soll ich nun wissen, ob das nun Kampf oder Ordnung ist?“

Befriedigende Antworten auf solche Fragen finden sich nicht an einem Abend.

„Muss aber sein! Der Zitatenstrom hält unvermindert an. Er wird uns noch ganz wegspülen, wenn wir den Stecker nicht aus dem Computer ziehen. Der Kerl ist ein Nimmersatt, wenn es darum geht, uns in Informationen zu ertränken. Im Gegensatz zu dir braucht die Maschine keinen Schlaf.“

Wenn die Ordnung aus dem Ruder läuft, dann hilft nur noch die Geschwindigkeit.

„Der Rausch.“

Ein Feuerwerk! So dass es nur so kracht und knallt.

„Eine Achterbahn durch den angewandten Wissensschatz der Menschheit.“

Im Wein liegt Rausch. Wir wollen ein Feuerwerk verschiessen und auf diese Weise den Abend zu einem gelungenen Ende führen. Und nicht vergessen, noch einmal anzustossen, bis die Flasche leer ist.

„Der Abend endet, die Zitate nicht.“

Ein Zitat?

Für einmal nicht.

„Eine Feststellung.“

Gib ein Wort vor, ich werde es wie einen Ball auffangen und dir zurück werfen. Das nennt sich Spiel. Im Spiel wollen wir zum Ende finden.

„Es ist wunderschön, dass du die Ordnung endlich beerdigst. Dummheit:“ – „Jeder Narr kann Regeln aufstellen und jeder Tor wird sich danach richten.“ – Henry David Thoreau. – „Wille zur Nacht, Wille zur Macht: – „Vernunft will Ordnung, Wille schafft Ordnung.“ – Carl Peter Fröhling. – „Gefangenschaft.“ –  „Alle Ordnung ist für den Einzelnen Freiheitsbeschränkung.“ – Friedrich Paulsen. – „Vorsicht.“ – „Man soll die Ordnung nicht vor ihrem Tode heiligsprechen.“ – Manfred Hinrich. – „Faul wie Paul.“ – „Es ist verwunderlich, was alles so liegen bleibt, wenn man nicht daran arbeitet, es wegzuräumen.“ – Willy Meurer. – „Mut zum Eigennutz.“ – „Menschen, die davon leben, etwas in Ordnung zu bringen, haben nichts dagegen, dass es drunter und drüber geht.“ – William Hazlitt. – „Das ist aber eine Erkenntnis.“ – „Ordnung ist das erste Gesetz des Himmels.“ – Alexander Pope. – „Papst und Zauberlehrling.“ – „Unordnung ist scheinbar das einzig anorganische Wesen, welches sich trotzdem rasend schnell vermehren kann.“ – Frank Dommenz. – „Politikers Sucht.“ – „Leute, welche die Dinge gerne ins Lot bringen, sind auf Unordnung angewiesen.“ – William Hazlitt. – „Bist du ein Fan von diesem Hazlitt?“ –  „Bewunderung ist die höfliche Beachtung des anderen Menschen, der Ähnlichkeit mit dir hat.“ – Ambrose Bierce. – „Also vielleicht doch.“ – „Ordnung, Präzision, Geschwindigkeit sind Eigenschaften, von denen ich täglich etwas zu erwerben suche.“ – Johann Wolfgang von Goethe – „Nicht nur im privaten Bereich, auch ganz allgemein im Alltag nicht.“ – „Ruhe oder Unrast unserer Seele hängen nicht so sehr von grossen Ereignissen ab als von der reibungslosen oder fehlerhaften Ordnung des Alltagslebens.“ – François de La Rochefoucauld – „Wir können aufhören, denn mit deiner Antwort bin ich zufrieden.“ – „Wenn alles seinen richtigen Platz in unserem Geist hat, können wir mit dem Rest der Welt im Einklang sein.“ – Henri Frédéric Amiel. – „Ich meinte: Aufhören.“ – „Wer alle Probleme geistig in geordneter Form packen kann, vermag bestens zu delegieren, ohne je die Übersicht zu verlieren. Ein ordnungsliebender Manager arbeitet meines Erachtens leichter.“ – Wolfgang Habbel. –“Die Zuversicht, dass es zu einem Ende kommt, geht mir wider ab.“ – „Nur aus Unordnung kann etwas Vernünftiges entstehen.“ – Jean Monnet. – „Die Einsicht wächst, dass es zu keinem Ende kommt.“– „Welk ist die Ordnung, die Keuschheit besudelt, Frömmigkeit auf dem Rückzug, selten wird die Gelehrsamkeit, Weisheit ermattet.“ – Carmina Burana. – „Die Einsicht ist bald ein Ballon. Wenn schon ein Lied, dann stimme mir ein Klagelied an. Meine Hoffnung ist, dass der Ballon platzt.“  – „Manchmal fehlt nur eine Kleinigkeit, und die Welt ist wieder in Ordnung.“ – Unbekannt. – „Ich versuch es mal mit der Vorsehung. Vielleicht bringt diese die Erlösung.“ – „Wer etwas durcheinander bringt, muss wissen, wie er wieder Ordnung schafft.“ – Afrikanisches Sprichwort. – „Und der Zufall, hilft der mir weiter?“ – „Ordnung ist, wenn man etwas findet, was man gar nicht sucht.“ – Sprichwort. – „Schlaff und Schlaf. Zieh die Bremse an. Lass es ruhen.“ – „Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum suchen.“ – Unbekannt. – „Poesie und Reim.“ – „Schaffe Ordnung, halte sie, das erspart dir Phantasie.“ – Unbekannt. – „Hast du noch was von der Art. Es schläfert ein.“ – „Wie der Herr, so’s Gescherr.“ – Deutsches Sprichwort. – „Mit den Zitaten ist es wirklich am Ende.“ – „Ordnung ist das Durcheinander, an das du dich gewöhnt hast.“ – Unbekannt – „Fang nicht von Neuem an.“ – „Bei mir herrscht Ordnung: ein Griff und die Sucherei beginnt.“ – Kalenderspruch. – Genug zitiert! An und für sich ist genug zitiert. Zitate wurden nun sattsam angeführt. Sie fügen sich Reihe für Reihe in gut geführter Ordnung über diesen Blättern zu einem langen Band zusammen. Und doch. Nach so vielem Zitieren kann man eigentlich nicht einfach so mir nichts, dir nichts die Hände davon lassen. Darum: Ein paar wenige sollen die Liste vervollständigen, und zwar Zitate, die aufgrund ihres Witzes als Kostbarkeiten nicht einfach zurück in die Schubladen gesteckt werden dürfen. Was ist zum Beispiel von diesem zu halten: „Vater der Ordnung ist das schlechte Gedächtnis“, von Manfred Hinrich. Der Maler Ernst Ludwig Kirchner meint: „Es gehört ein wenig kleinlicher Geist dazu, immer Ordnung zu halten.“ Der Rat von einem der ganz Grossen darf natürlich nicht fehlen: „Bewahre deine Papiere, deine Schlüssel und alles so, dass du jedes einzelne Stück auch noch im Dunkeln finden kannst. Verfahre noch ordentlicher mit fremden Sachen.“ Natürlich von Adolph Freiherr von Knigge. Joachim Panten hatte Knigges Rat verfeinert: „Viele Zettel verderben den Überblick.“

Fortsetzung

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Sch_ach

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s