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„Meine Olivenschale lass nun mal aber lieber raus aus deinen Überlegungen zur Ordnung. In der Schale will ich Oliven und sonst nichts, vor allem nichts, das Unruhe schafft.“

„Für mich ist eine Gesellschaftsordnung dann freiheitlich, wenn man sich darin gefahrlos unpopulär machen kann“¸ sagt der Politiker Adlai Ewing Stevenson.

„Das Schönste an deinem ganzen Reden über die Ordnung ist, dass du fleissig zitierst. Aber Ordnung hast du bis jetzt keine in deine Ordnung gebracht.“

Zitate erzählen ganze Geschichten.

„Das merke ich. Dein Fabulieren ist ohne Ende. Ein Ende erkenne ich nicht. Und dass Ordnung in meinen Kopf kommt, das sehe ich auch nicht.“

Alles findet zum Guten.

„Du bist recht optimistisch. Wir können doch keinen Flickenteppich herstellen, so was lässt sich nicht verkaufen, sagt der Ökonom. Das war vermutlich auch ein Zitat. Vielleicht. Der Satz beschreibt aber jedenfalls auf den Punkt genau, wo wir im Augenblick in deiner Ordnungsmache stehen. Irgendwo in einem Haufen von Wörtern, in welchem das Wort Ordnung am meisten vorkommt. So weit sind wir und nicht weiter. Keinen Schritt und auch kein Zitat.“

Wenn ein Zitat falsch ausgewählt oder falsch platziert ist, gerät die Ordnung in Unordnung.

„In unserem Fall ist beides das Gleiche. Ordnung ist Unordnung und Unordnung ist Ordnung. Es ist einfach, wie ich schon sagte: ein grosser Haufen. Wir können den natürlich noch höher und noch breiter schichten, indem wir frisch und fröhlich, das heisst du, weiter Material aus deinem Zitatenschatz herbei schaffst und an und aufhäufst. Wenn dann das Ding, der Berg übergross ist, dann können wir nach Lust und Laune in diesen hinein schlagen, so dass die Späne fliegen. Ich denke, da kann man ewig hinein schlagen. Denn so ein Zitatenberg ist duldsam wie ein Bach. Man schlägt in diesen hinein, ein paar Tropfen schlagen aus diesem hinaus und wieder zurück und der Bach fliesst weiter, als ob nichts gewesen wäre. Man kann das Wasser im Bach drechseln, wenden und ordnen, wie man will: Das Wasser fliesst hurtig weiter, ganz so wie der Ausstoss aus deinem Schatz.“

Das ist nett gesagt: Meine Zitate, Tropfen aus einem Bach. Wunderbar hast du gesagt. Das muss ich mir merken. Ich merke: Du kommst auf den Geschmack. Die Klugheiten beginnen in deinem Kopf zu fliessen. Das bedeutet nichts anderes: Du gehrst nach weiteren Zitaten.

„Gehren. Auch das noch. Verschone mich!“

Ein kurzes: In der Zitatenwelt sind Weisheiten darüber zu finden, welche Vorsichtsmassnahmen bei der Gestaltung von Demokratie zu ergreifen sind. Im Ordnungsberg, den du beschrieben hast, befinden wir uns soeben im Teil Demokratie. Das müssen wir ausnützen. Daraus schlägt folgender Tropfen heraus: „Ein Gesetz zu erlassen, bevor die Öffentlichkeit sich eine Meinung gebildet hat, produziert nur Anarchie, anstatt Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten.“ Das stellt Alexander Mackenzie, Politiker, fest. Und der Pädagoge Hermann Oeser warnt, klug geworden vermutlich aus eigener Erfahrung: „Wenn die Unordentlichen Könige werden, so ist ihr erstes, dass sie die Untertanen zur Ordnung ermahnen.“ Einen klaren Kopf im Umgang mit Freiheit fordert mahnend auch der Wissenschafter Peter Cerwenka: „Ordnung muss in einem Zeitalter verherrlichter Beliebigkeit geradezu als Unterdrückungssystem empfunden werden.“

Fortsetzung

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